Doktorarbeit: Der Mensch als Zoon Politikon? Die Politische Orientierung aus evolutions- und differentiell-psychologischer Perspektive
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Der Mensch als Zoon Politikon? Die Politische Orientierung aus evolutions- und differentiell-psychologischer Perspektive

Schriften zur differenziellen Psychologie, Band 4

Hamburg , 352 Seiten

ISBN 978-3-339-13164-5 (Print)
ISBN 978-3-339-13165-2 (eBook)

Zum Inhalt deutsch english

Politische Konflikte sind ein universelles Merkmal menschlicher Gesellschaften. Doch was liegt Unterschieden in der Politischen Orientierung ultimativ zugrunde, warum tendieren einige Personen nach rechts, andere nach links? Die klassischen, sozialisationszentrierten Erklärungsansätze der Politikwissenschaften haben hier nur begrenzten Erklärungswert, insbesondere angesichts überzeugender Befunde, die eine substantielle Erblichkeit Politischer Orientierungen aufzeigen.

Basierend auf diesen und einer Vielzahl psychologischer Modelle und Theorien beschreibt der Autor ein evolutionspsychologisches Rahmenmodell: Unterschiede in der Politischen Orientierung werden auf evolutionäre Anpassungen zurückgeführt, die sich ursächlich und funktional auf das durch Kleingruppen geprägte Leben unserer Vorfahren beziehen: Die Prädisposition zu rechten vs. linken Politischen Orientierungen lässt sich demnach auf konservierte Unterschiede in der Ausprägung zweier fundamentaler Dimensionen zurückführen: Der Gruppenbezogenheit und der allgemeinen Kooperativität.

In sechs empirischen Studien wird die Plausibilität des Modells überprüft und sein Erklärungspotential für politisch-psychologische Phänomene ermessen. Hier belegt der Autor substantielle Zusammenhänge der Politischen Orientierung mit basalen Persönlichkeitseigenschaften und Phänomenen wie Vertrauen und Kooperationsbereitschaft in konkreten Spielsituationen. Zudem wird empirisch aufgezeigt, wie die evolutionspsychologische Betrachtungsweise allgemein bekannte Assoziationen der Politischen Orientierung mit anderen Variablen wie Religiosität und Vegetarismus erklären kann. Zuletzt wird die Verteilung von populistischen und verschwörungstheoretischen Denkmustern über das politische Spektrum hinweg untersucht und die rechtslastige Asymmetrie letzterer evolutionspsychologisch erklärt.

Anders als die zentrale Rolle von Genetik und Evolution nahelegen mögen, entwirft der Autor kein deterministisches Bild unauflöslicher politischer Differenzen. Im Gegenteil werden auf Basis des Modells Kommunikationsstrategien und konkrete politische Vorschläge erarbeitet und diskutiert, die die evolutionär geprägten individualpsychologischen Bedürfnisse der Menschen effektiv ansprechen und befriedigen. Auch erscheint die Kenntnis der evolutionären Grundlagen geeignet, die Vehemenz bestimmter politischer Konflikte zu erklären und irreführenden Framings politischer Vorhaben entgegenzutreten.

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