Dissertation: Compliance Management im Gesundheitswesen

Compliance Management im Gesundheitswesen

Qualitative Analyse der Akzeptanzfaktoren

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 56

Hamburg , 500 Seiten

ISBN 978-3-339-12406-7 (Print)
ISBN 978-3-339-12407-4 (eBook)

Zum Inhalt

Das Gesundheitswesen ist aufgrund seiner komplexen und teilweise intransparenten Strukturen sowie der vielfältigen Informationsasymmetrien und Interessenskonflikte sehr manipulationsanfällig. Neben der hohen sozioökonomischen Bedeutung ist die Reputation der Akteure des Gesundheitswesens als glaubwürdiger, verlässlicher und verantwortungsvoller Partner in der Gesellschaft jedoch von besonderer Wichtigkeit.

Ein Compliance Management System (CMS) dient der Sicherstellung regelkonformen und ethischen Verhaltens sowie der Vermeidung von wesentlichen Verstößen und damit der Minimierung von Reputationsschäden, Haftungsfällen, finanziellen Risiken und dem Schutz der Mitarbeiter. Trotz vereinzelter gesetzgeberischer Maßnahmen zur Bekämpfung von Fehlverhalten und Korruption im Gesundheitswesen besteht in Deutschland bisher weder eine eindeutige noch eine einheitliche Verpflichtung für die Einrichtung eines CMS. Wenn Compliance-Maßnahmen ergriffen werden, handelt es sich oftmals um eine freiwillige Selbstverpflichtung. Allerdings hängt die Wirksamkeit von Compliance Management, neben der formalen Implementierung – ob nun verpflichtend oder nicht –, maßgeblich von dessen Akzeptanz und der Etablierung einer positiven Compliance-Kultur ab. Auf Basis dieser Überlegungen ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung, Compliance Management erschwerende und begünstigende Faktoren herauszuarbeiten.

Die Principal-Agent-Theory erklärt zunächst das zugrundeliegende Phänomen, mithin das aus Interessenskonflikten und Informationsasymmetrien Anreize für Fehlverhalten resultieren können. Im Weiteren dient das Kulturebenen-Modell von Schein der Visualisierung der Compliance-Kulturebenen einer Organisation. Die empirische Untersuchung erfolgt im Zuge einer qualitativen Fallstudie und per Expertenbefragung. Bei vier großen gesundheitswirtschaftlichen Unternehmen werden insgesamt 30 Experteninterviews geführt und inhaltsanalytisch nach Kuckartz ausgewertet. Die Grundlage der Leitfadenentwicklung bilden drei Akzeptanzmodelle, die im Weiteren modifiziert werden. Im Fokus der Interviews stehen der Kenntnisstand und die Allgemeine Einschätzung von Compliance Management, die vier herausgearbeiteten Akzeptanzfaktoren Kommunikation, Anwendung, Nutzen und Führung sowie etwaige Erfolgsfaktoren und Herausforderungen von Compliance Management.

Die Untersuchung zeigt, dass im Hinblick auf Compliance Management sowohl akteurs- als auch berufsgruppenspezifische Unterschiede bestehen. Insbesondere im Krankenhaus existieren compliance-relevante Spezifika. Die Ergebnisse sensibilisieren zudem für kritische Aspekte, die insbesondere die Herausforderungen von Compliance im Gesundheitswesen betreffen.

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