Dissertation: Einfluss von genetischen Keimbahnvarianten aus dem Lipid- und Sexualhormonstoffwechsel auf die Aggressivität des Prostatakarzinoms

Einfluss von genetischen Keimbahnvarianten aus dem Lipid- und Sexualhormonstoffwechsel auf die Aggressivität des Prostatakarzinoms

HIPPOKRATES – Schriftenreihe Medizinische Forschungsergebnisse, Band 101

Hamburg 2020, 132 Seiten
ISBN 978-3-339-11712-0 (Print)

Aggressivität, Genetische Beeinflussung, Hormonspiegel, Hormonstoffwechsel, Humangenetik, Humanmedizin, Keimbahnvarianten, Keimbahnvariation, Prostatakarzinom, Risikofaktoren, Sexualhormon, Testosteron, Übergewicht, Urologie

Zum Inhalt

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland.

Da die Inzidenz mit dem Alter deutlich ansteigt und die Aggressivität des Prostatakarzinoms sehr heterogen ist, ist es von besonderem Interesse, prädiktive Faktoren, die die Aggressivität beeinflussen herauszufinden.

Der Zusammenhang zwischen den Hormonen Testosteron und SHBG mit der Aggressivität des Prostatakarzinoms ist bereits bekannt. Ebenso der Zusammenhang von Karzinom-Aggressivität mit Übergewichtsparametern.

In dieser Studie wird untersucht, ob es einen messbaren Zusammenhang zwischen, genetischen Keimbahnvarianten (SNPs), welche entweder Übergewichtsparameter oder Hormonlevel beeinflussen, und der Aggressivität des Prostatakarzinoms gibt. Die untersuchten, neu entdeckten, Keimbahnvarianten wurden aus GWAS Analysen entnommen, die ohne Zusammenhang mit dem Prostatakarzinom durchgeführt wurden.

Erstmals wurde hier nach einem möglichen direkten oder vermittelten Zusammenhang von Keimbahnvarianten mit der Aggressivität des Prostatakarzinoms gesucht.

Anhand eines Datensatzes von Prostatakarzinompatienten, die einer radikalen Prostatektomie unterzogen wurden, wurde der Zusammenhang zwischen diesen bestimmten SNPs und dem Hormonlevel, sowie der Entwicklung von Übergewicht und Aggressivität des Prostatakarzinoms untersucht. In weiteren Schritten wurde auch die Beziehung zwischen Hormonspiegeln der Patienten und Aggressivität, der Zusammenhang von Hormonspiegeln auf Übergewichtsparameter sowie von Übergewichtsparametern und Aggressivität untersucht.

Hierbei zeigte sich, dass für die SNPs, die bekanntermaßen mit dem Testosteron und SHBG in Verbindung stehen, dieser Effekt auch in den untersuchen Patienten replizieren ließ, allerdings kein signifikanter Zusammenhang der SNPs mit Aggressivitätsparametern nachgewiesen werden konnte.

Bei den SNPs die mit BMI in Zusammenhang stehen, konnten ebenfalls bekannte Effekte repliziert, jedoch kein eindeutiger Zusammenhang mit Aggressivität gezeigt werden.



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