Forschungsarbeit: Organspendebereitschaft in Deutschland und die Problematik einer persönlichen Entscheidung

Organspendebereitschaft in Deutschland und die Problematik einer persönlichen Entscheidung

Altruistische Einstellung, Angehörigenentscheidung, Aufklärungskampagne Organspende, Deutschland, Entscheidungslösung, Fehlende Auseinandersetzung, Organmangel, Organspende, Tatsächliche Organspendebereitschaft, Tod auf der Warteliste, Transplantationsgesetz, Transplantationsskandal, Vertrauen in die Transplantationsmedizin

Zum Inhalt

Die Organtransplantation hat sich als Therapieverfahren bei vollständigem Organversagen etabliert. Mehr als 10.000 Menschen stehen jedes Jahr auf der Warteliste der Stiftung Eurotransplant für ein Spenderorgan. Angesichts steigender Lebenserwartung und verbesserter Behandlungsmöglichkeiten nimmt der Bedarf an Transplantaten zu. Gleichzeitig befindet sich die Zahl postmortaler Spender auf niedrigem Niveau, Tendenz fallend. In der Folge versterben schwer Erkrankte während sie auf ein Spenderorgan warten. Die mangelnde Organspendebereitschaft in der Bevölkerung wird dafür verantwortlich gemacht.

Mit Einführung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz wurden umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen implementiert, die jeden zur Auseinandersetzung anregen und in die Lage versetzen sollen, eine persönliche Entscheidung zur Organspendebereitschaft zu treffen. Dennoch fehlt es an dokumentierten Entscheidungen, so dass die Angehörigen im Zeitpunkt des Todes zur Organspende befragt werden müssen.

Angesichts des sog. „Todes auf der Warteliste“ geht die Autorin der Ursache des Organmangels in Deutschland auf den Grund. Mit Bezug auf die Entscheidungslösung überprüft sie den Vorwurf der mangelnden Organspendebereitschaft sowie die Auswirkungen der Aufklärungsmaßnahmen auf die Auseinandersetzung und persönliche Entscheidung. Die Bedeutung fehlender Entscheidungen für die Angehörigen wird dabei besonders herausgearbeitet.

Auf Basis einer repräsentativen Umfrage in der Allgemeinbevölkerung wird der Widerspruch von hoher bekundeter Organspendebereitschaft und davon abweichend geringer Zahl dokumentierter Entscheidungen untersucht und relativiert.

Die Autorin richtet den Blick darüber hinaus auf strukturelle und organisatorische Einflussfaktoren, die ebenso für einen Organmangel verantwortlich zu machen sind. Sie zeigt Handlungsoptionen auf, die die Auseinandersetzung mit dem Thema fördern und die Anzahl dokumentierter Entscheidungen zur Organspendebereitschaft steigern ließen.



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