: Gliederungssignale oder Sprechersignale

Gliederungssignale oder Sprechersignale

Eine Untersuchung am Beispiel des gesprochenen Spanisch von San Miguel de Tucum

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 2

Hamburg , 590 Seiten

ISBN 978-3-86064-066-1 (Print)

Zum Inhalt

Unter Gliederungssignalen versteht man spezifisch sprechsprachliche Mittel, die unterschiedlichen Wortarten angehören und ihre lexikalische Bedeutung ganz oder zum großen Teil aufgegeben haben. In Verbindung mit prosodischen Faktoren nehmen sie die Aufgabe wahr, Redebeiträge formal oder inhaltlich zu strukturieren (Gliederungsfunktion) und/oder dem Sprecher mehr Zeit für die Realisierung seiner Äußerungen bereitzustellen (Überbrückungsfunktion).

In dieser Arbeit werden nun erstmalig in umfassender Weise die Gliederungssignale im gesprochenen Spanisch untersucht, und zwar am Beispiel des argentinischen Spanisch von San Miguel de Tucumán. Nach mehr sprachtheoretischen Vorüberlegungen zu dem Begriff „gesprochene Sprache“ und zum Problem der diasystematischen Sprachvariation sowie einer exemplarischen Betrachtung des gesprochenen Spanisch (von Tucumán) wird auf die Materialbasis der Untersuchung eingegangen. Das der Arbeit zugrunde gelegte Korpus besteht aus transkribierten spontanen Alltagsgesprächen, an denen 17 Informanten beiderlei Geschlechts aus verschiedenen soziokulturellen Schichten und Altersgruppen beteiligt waren.

Der Hauptteil der Arbeit besteht aus der Beschreibung und Klassifizierung der Gliederungssignale im gesprochenen Spanisch. Die Funktionsweisen der verschiedenen Signale werden anhand von 960 Transkriptionsbeispielen detailliert dargestellt. Der Analyseteil erstreckt sich allerdings nicht nur auf Gliederungssignale schlechthin, sondern auch auf Hesitationsphänomene, die in die Rolle von Gliederungssignalen schlüpfen können. Des weiteren wird auf den Gebrauch des argentinischen „che“ eingegangen, da diese Partikel in manchen Fällen gliederungssignalähnliche Aufgaben erfüllt.

Wie die Analyseergebnisse zeigen, üben die bislang als Gliederungssignale bezeichneten Sprachmittel neben den genannten kommunikativen Aufgaben eine Vielzahl weiterer Funktionen aus, so dass es sich als notwendig erwiesen hat, eine Neubestimmung der Gliederungssignale vorzunehmen. Als Resultat dieser Überlegungen wird eine neue Betrachtungsweise dieser Sprachmittel vorgeschlagen und der Begriff Sprechersignal eingeführt.

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