Forschungsarbeit: Der Spätzeitsarg der Schep-en-Hor im Naturalienkabinett und Stadtmuseum Waldenburg

Der Spätzeitsarg der Schep-en-Hor im Naturalienkabinett und Stadtmuseum Waldenburg

Schriften zur Ägyptologie, Band 3

Hamburg 2016, 214 Seiten
ISBN 978-3-8300-8511-9 (Print & eBook)

26. Dynastie, Ägyptologie, Ägyptomanie, Altertum, Archäologie, Nubien, Prosopographie, Sarg, Schep-en-Hor, Spätzeit, Spätzeitsarg, Waldenburg

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Der innere Sarg der „edlen Herrin des Hauses“ Schep-en-Hor (Inv.-Nr. NAT I 1828 A2) ist eines der beeindruckendsten Objekte im Naturalienkabinett und Stadtmuseum Waldenburg (Sachsen). Dennoch erfuhr er seit seinem Ankauf im Jahr 1846 – trotz seines guten Erhaltungszustandes – wenig wissenschaftliche Beachtung. Die älteste Beschreibung stellt ein Gutachten des damaligen Professors für Archäologie an der Universität Leipzig, Gustav Seyfarth, dar. Dieses fertigte er vor dem Erwerb durch das Museum zur Bestimmung des Kaufpreises an. Nur zwei weitere Darstellungen für Kataloge folgten (Georg Steindorff 1937 und Angela Onasch 1999).

Am Leipziger Ägyptologischen Institut bearbeitete Sabrina Herrmann 2011 in ihrer Magisterarbeit erstmals die Ikonographie des Sarges, die Inschriften folgten 2014 in der Masterarbeit von Billy Böhm. Dabei konnte unter anderem eine Datierung auf den Zeitraum um ca. 650-625 v. Chr. vorgenommen werden. Neben seiner wissenschaftlichen Bedeutung stellt der Sarg ein gutes Beispiel für den Umgang mit altägyptischen Artefakten im 19. Jahrhundert dar. Daher wird auch die Entstehung ausgewählter deutscher musealer Sammlungen von Aegyptiaca in diesem Band skizziert.

Des Weiteren deuten verschiedene Indizien darauf hin, dass es sich bei der Sargbesitzerin um eine Frau nubischer Herkunft handelt. Mit diesem Beispiel eines thebanischen Sarges aus dem Asasif vom Beginn der 26. Dynastie zeigt sich zudem, dass die Familie der Schep-en-Hor sehr gut in die altägyptische Gesellschaft integriert war. Exemplarisch wird deutlich, wie Fremde trotz Akkulturation und/oder Assimilation ihre Individualität bewahren und diese in ihren Denkmälern darstellen konnten.

In der vorliegenden Publikation werden die Ergebnisse beider Arbeiten zusammengefasst und damit erstmals die vollständige Bearbeitung des Sarges der Schep-en-Hor präsentiert.



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