Dissertation: Der Kampf gegen die Rechtswissenschaft

Der Kampf gegen die Rechtswissenschaft

Franz Wieackers „Privatrechtsgeschichte der Neuzeit“ und die deutsche Rechtswissenschaft
des 20. Jahrhunderts

Studien zur Rechtswissenschaft, Band 313

Hamburg 2014, 622 Seiten
ISBN 978-3-8300-7310-9 (Print & eBook)

Rezensionen

[...] Alles in allem kann man das vorliegende Werk Winklers als gelungen bezeichnen. Interessant ist auch das Personenregister mit über 30 Einträgen. Alle haben auf ihre Weise Franz Wieacker dazu verholfen, jeder für sich, dass das Buch über die Privatrechtsgeschichte der Neuzeit eine Errungenschaft war. Winkler überzeugt in seinen Ausführungen, wählt einen stringenten und spannenden Schreibstil und hat das beständige, aber zu jeder Zeit rastlose Gelehrtencharakterbild Franz Wieacker keinesfalls beeinflussen können. Mehr noch: Das zu rezensierende Buch ist mehr eine Hommage an den Juristen, der routiniert und immer anpassungsfähig war.

Andreas Raffeiner, in:
The European Journal on History of Law, 2/2016

[...] Vorrangig hat [den Verfasser] der Hintergrund der Privatrechtsgeschichte der Neuzeit Franz Wieackers interessiert. Ihm hat er sich gedankenreich, eigenständig und weiterführend gewidmet. [...]
So aufschlussreich die wichtigen und interessanten, überwiegend kritischen Hinweise in der überzeugenden, spannenden Abhandlung des Verfassers auch sind, so wenig werden sie voraussichtlich den Erfolg des [...] Standardwerks [...] wirklich beeinflussen können.

Gerhard Köbler, in:
Zeitschrift integrativer europäischer Rechtsgeschichte, 3 (2013) 09

20. Jahrhundert, Drittes Reich, Franz Wieacker, Max Weber, Nationalsozialismus, Positivismus, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, Rechtsgeschichte, Rechtswissenschaft, Rechtswissenschaftsgeschichte

Zum Inhalt

Franz Wieackers „Privatrechtsgeschichte der Neuzeit“ ist eines der einflussreichsten juristischen Bücher des 20. Jahrhunderts, innerhalb wie außerhalb der Rechtswissenschaft. Viktor Winkler unterzieht das „Standardwerk“ einer tiefgreifenden Analyse und stellt es in den wissenschaftshistorischen Kontext, aus dem der junge hochbegabte All-round-Jurist Wieacker zu Beginn der 1930er Jahre die Bausteine entnimmt, die er mit viel Lust am Erzählen zu einer prägnanten (Kurz-) Geschichte des Rechts zusammenfügt. Diese Geschichtserzählung wird der Kern der von Wieacker noch vor 1945 entworfenen „Privatrechtsgeschichte der Neuzeit“ und sie wird in dieser Form zu einem großen, auch internationalen Erfolg. Der Autor analysiert diese besondere Wirkung des Buches und der darin erzählten (Rechts-)Geschichte und ordnet sie ein als Teil einer viel größeren, bereits lange vor 1945 dominanten Strömung innerhalb der Rechtswissenschaft. Diese Strömung, die Viktor Winkler unter das provokante und nur scheinbar paradoxe Etikett eines „Kampfes der Rechtswissenschaft gegen die Rechtswissenschaft“ fasst, erlebte neuen Aufwind innerhalb der Rechtswissenschaft nach den 1960er Jahren – und begründete so auch den Erfolg der „Privatrechtsgeschichte der Neuzeit“ neu. Die damit in die Gegenwart reichenden Wirkungen des Buches sowie der Haltungen, die das Buch „nur“ in eine besonders gelungene literarische Form brachte, verdienen eine heutige, kritische Überprüfung. Viktor Winklers Arbeit leistet minutiös diese Überprüfung und will damit einen Beitrag dazu leisten, dass sich das Fach Rechtswissenschaft aus gewissen Fesseln löst, deren gefährliche, jedenfalls aber einengende Wirkung gerade von heutigen Juristen selten erwogen wird.



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