Dissertation: Kindzentrierte Lerntherapie

Kindzentrierte Lerntherapie

Entwicklung, Anwendung und Evaluation einer prozessbegleitenden und -unterstützenden Rahmenintervention im Längsschnittdesign

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 46

Hamburg , 462 Seiten

ISBN 978-3-8300-5100-8 (Print)
ISBN 978-3-339-05100-4 (eBook)

Rezension

Das Buch „Kindzentrierte Lerntherapie“ stellt alle relevanten Facetten eines neueren systemisch-lösungsorientierten Interventionskonzeptes für Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörungen sowie weiteren Lernstörungen vor und verspricht u.a. einen Gewinn an Motivation, Zufriedenheit, Erfolgsbewusstsein. Die Intervention wird dabei näher vorgestellt, in einen humanistisch-systemischen Rahmen eingebettet und ihre Wirkung evaluiert. Der Autorin gelingt dabei ein empathisches und verständlich geschriebenes Buch, allerdings wünscht man sich beim Lesen eine abgespeckte Manual-Version des KindZIEL-Programms, die mehr auf die Anwendbarkeit des Verfahrens fokussiert, weniger auf die empirischen Fragestellungen und Ergebnisse.

Zum Inhalt

In der Forschungsarbeit wird mit der kindzentrierten Lerntherapie eine Methode entwickelt, angewendet und evaluiert, die sich aus einer Intervention der Integrativen Lerntherapie und einer prozessbegleitenden systemisch-lösungsorientierten Rahmenintervention, genannt KindZiEL, zusammensetzt. Die Abkürzung KindZiEL steht für „Kindzentrierte Zielbestimmung und Erfolgsprüfung im Lernprozess“ und beschreibt wesentliche Aspekte des Verfahrens zur Rahmung der Fördermaßnahme: Mit Hilfe dieser Rahmenintervention, die regelmäßig im Abstand von acht Wochen jeweils einzeln mit Kind, Eltern, Lerntherapeutin und Lehrkraft durchgeführt wird, werden die unmittelbar mit dem Kind entwickelten, subjektiv bedeutsamen Ziele in das Zentrum der Förderung gestellt. Diese Ziele werden vom Kind konkret und handlungsorientiert in einem sogenannten Zielfilm beschriebenen; sie bilden zugleich die Erfolgskriterien, anhand derer der Lernprozess regelmäßig evaluiert wird. Eine weitere Besonderheit dieser erfolgsorientierten Evaluation ist der Mehrperspektivenansatz, unter dem diese stattfindet: Das Kind, die Lerntherapeutin, die Eltern und die Lehrkraft schätzen jeweils getrennt voneinander die Erfolge des Kindes im Hinblick auf dessen Ziele ein, beschreiben individuelle Ressourcen und aktuelle Momente des Zielverhaltens und liefern damit wertvolle Hinweise und sinnvolle Anregungen für das weitere Vorgehen. Die Vorteile der prozessbegleitenden Anwendung der Rahmenintervention in der Integrativen Lerntherapie liegen besonders in der optimalen Ressourcennutzung, in der Umsetzung eines konsequent zielgerichteten, kindzentrierten und erfolgsorientierten Vorgehens sowie in der aktiven Einbindung und der konstruktiven Zusammenarbeit aller am Lernprozess Beteiligten. Eine erste Evaluation der Methode lässt bezüglich der Rechtschreibtests zwar keinen Wirkungsunterschied zu nicht gerahmten lerntherapeutischen Interventionen erkennen; die Ergebnisse zeigen aber, dass die kindzentrierte Lerntherapie gegenüber herkömmlichen Maßnahmen der Integrativen Lerntherapie einen Gewinn an Motivation, Zufriedenheit, Erfolgsbewusstsein, Selbsteinschätzung, Ressourcenbewusstsein und innovativen, weiterführenden Handlungsmöglichkeiten bedeuten.

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