Dissertation: Verhaltensmuster von adoleszenten Patienten mit Antisozialer Persönlichkeitsstruktur im Maßregelvollzug

Verhaltensmuster von adoleszenten Patienten mit Antisozialer Persönlichkeitsstruktur im Maßregelvollzug

Multimodaler Messansatz zur Eruierung spezifischer psychosozial-psychiatrischer Verhaltensmuster (ASPS; ICD-10: F60.2)

Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 24

Hamburg 2010, 106 Seiten
ISBN 978-3-8300-4305-8 (Print & eBook)

Rezension

Handlich und komprimiert bietet dieses Buch […] einen historischen Abriss über Studien mit Antisozial Persönlichkeitsgestörten […] von 1809 bis heute, […] eine mehrdimensional forschende Herangehensweise, aufgrund des multifaktoriellen Wirkgeschehens […], einen signifikanten Nachweis darüber, dass auch straffällig Gewordene auf emotionale Inhalte […] präattentiv („vor-bewußt“) deutlich sensitiv „ansprechen“, trotz frontaler zerebraler Dysfunktion [sowie] eine gute Argumentationsgrundlage für den weiteren Ausbau des Maßregelvollzuges […]. Das Werk ist multiprofessionell nützlich für Hirnforscher, (Neuro-, Persönlichkeits-)Psychologen, Neurologen, Psychiater, Sozialarbeiter, Pädagogen, Ergotherapeuten, Pflegepersonal (Psychotherapie), Gerichtsgutachter.

Die Kriminalpolizei, 3/2010

Antisoziale Persönlichkeitsstörung, ASPS, Gesundheitswissenschaft, Maßregelvollzug, Medizin, MRV, P300 (Ereigniskorrelierte Potentiale), Peripherphysiologie, Psychiatrie, Psychologie, Psychometrie, Visuelles Oddball-Paradigma

Zum Inhalt

Die Prävalenz von Straftätern mit Antisozialer Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 301.7) im Maßregelvollzug hat sich seit 1977 verfünffacht und deren Rückfallquote wird heute nach erfolgreicher Therapie mit 0,3 – hingegen ohne mit 40 bis 70 % beziffert. Entsprechend eines für dieses Störungsbild postulierten multifaktoriellen Wirkgeschehens, sollte eine optimale Diagnostizierung (einschließlich Verlaufs- und Prognosegutachten) nicht eindimensional geschehen. Die Oddball-Studie (Ereigniskorrelierte Potentiale) mit aversiven Gewaltfotos aus dem International Affective Picture System (IAPS) rückte kognitiv-zentralnervöse-, peripherphysiologische-, behaviorale und psycho?metrische Parameter in den Fokus und wies entgegen vieler internationaler Befunde eine deutliche Sensitivität für die emotional-affektiven Implikationen der IAPS-Bilder bei den straffällig gewordenen Patienten nach. Dies ist umso erstaunlicher, da dieses Stimulimaterial ausschließlich visuell peripher dargeboten worden war (und für die Lösung der („eigentlichen“) Aufgabenstellung völlig irrelevant). Vielleicht zeigt sich hier – entgegen Freuds „Unbehandelbarkeitsdiktum“ – ein neuer Ansatz für zukünftige Therapien? („Der Maßregelvollzug ist auf Dauer kostengünstiger als der Strafvollzug“.)



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