Doktorarbeit: Strategisches Controlling in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag und erwerbswirtschaftlicher Orientierung

Strategisches Controlling in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag und erwerbswirtschaftlicher Orientierung

Schriften zum Betrieblichen Rechnungswesen und Controlling, Band 46

Hamburg , 514 Seiten

ISBN 978-3-8300-2857-4 (Print)
ISBN 978-3-339-02857-0 (eBook)

Zum Inhalt

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bewegen sich in einem Span-
nungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag und wirtschaftlichen Not-
wendigkeiten. Diese verschiedenen Aspekte haben entscheidenden
Einfluss auf die Ausgestaltung des strategischen Controllings in
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Im Rahmen einer theoretischen Analyse in Verbindung mit einer
nicht-repräsentativen Multi-Case-Study werden die Rahmenbedin-
gungen der Tätigkeit von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften näher
beleuchtet, wobei eine differenzierte Betrachtung nach großen und
mittelständischen Prüfungsgesellschaften erfolgt. Auf dieser Basis
und auf Grundlage von Erkenntnissen aus der Praxis wird ein ex-
emplarisches Instrument zum strategischen Controlling von Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaften abgeleitet.

Hierzu wird im Hauptteil der Studie wie folgt vorgegangen:

Nach einer Diskussion möglicher Zielsysteme von Wirtschaftsprü-
fungsgesellschaften verschiedene Instrumente des strategischen
Controllings vorgestellt, auf ihre Eignung für Wirtschaftsprüfungs-
gesellschaften hin untersucht und ihr Einsatz in der betrieblichen
Praxis von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften analysiert.

Gegenstand des strategischen Controllings ist die Steuerung von
Erfolgsfaktoren. Da zur Ableitung von Erfolgsfaktoren auf eine in-
dustrieökonomische Analyse des relevanten Marktes zurückgegriffen
werden sollte, wird sodann der Markt für Abschlussprüfungen einer
solchen industrieökonomischen Analyse unterzogen. Dieser Abschnitt
schließt mit empirischen Aussagen über die Wahrnehmung des Wett-
bewerbsumfeldes durch Führungskräfte von Prüfungsgesellschaften.

Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse werden exemplarisch
"wertvolle Ressourcen“ (als Grundlage von Erfolgsfaktoren) von
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften abgeleitet („Ressourcen-Set“).
Dabei ist zu beachten, dass wertvolle Ressourcen jeweils unter-
nehmensindividuell zu betrachten sind. Dieses ergibt sich auch
anhand der empirischen Erkenntnisse zur Einschätzung der Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaften über ihre wertvollen Ressourcen.

Diese Erkenntnisse werden schließlich für die Konzeption einer ex-
emplarischen Balanced Scorecard (als ein geeignetes Instrument des
strategischen Controllings) für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ver-
wendet. Die Erarbeitung der Balanced Screcard ist hierbei im Lichte
der situativen Einflussfaktoren auf das Controlling in Wirtschaftsprü-
fungsgesellschaften zu sehen. Im Rahmen einer Analyse der Wir-
kungszusammenhänge werden hier die Erkenntnisse der empirischen
Multi-Case-Study integriert. In diesem Kontext werden Strukturmuster
aufgezeigt, die die unterschiedliche Ausgestaltung des strategischen
Controllings in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften erklären sollen. Dabei
wird der Versuch übernommen, über die bekannten Erklärungsmuster
der allgemeinen situativen Controlling-Forschung hinausgehende Deu-
tungsansätze zu identifizieren.

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