Dissertation: Wettbewerb in der Geldemission

Wettbewerb in der Geldemission

Die Auswirkungen von Nichtdiskriminierung auf die konjunkturelle Stabilität eines Free Banking-Systems

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 108

Hamburg , 280 Seiten

ISBN 978-3-8300-2118-6 (Print)
ISBN 978-3-339-02118-2 (eBook)

Zum Inhalt

Die Frage der konjunkturellen Stabilität wird zwischen den Befürwortern und Gegnern einer wettbewerblichen Geldordnung kontrovers diskutiert. Die Befürworter gehen davon aus, dass insbesondere der Clearingmechanismus (das Gesetz der negativen Clearingsalden) Überemissionen verhindern kann und das Geldangebot nachfrageelastisch reagieren läßt. Voraussetzung hierfür ist u. a., dass die Geldnachfrager Präferenzen bezüglich der Banknoten der verschiedenen Emittenten bilden, also diskriminieren.

In der Literatur finden sich verschiede konstruierte Zahlenbeispiele zur Demonstration des Versagens des Clearingmechanismus. Implizit wurde bei allen Zahlenbeispielen die Diskriminierungsannahme aufgehoben. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Aspekte dieser Zahlenbeispiele aufgegriffen und in einem mehrperiodigen Clearingmodell vereint. Ziel war, die Auswirkungen einer Überemission auf die Marktanteile, die Höhe und Zusammensetzung der Notenrückflüsse in den Bankensektor sowie Höhe und Vorzeichen der Clearingsalden in den verschiedenen Überemissionsfolgephasen zu systematisieren und die Wirkungszusammenhänge zu verdeutlichen. Es hat sich gezeigt, dass sich zwar auch bei Nichtdiskriminierung negative Clearingsalden für die überemittierende Bank ergeben können und sie sich somit einer Illiquiditätsgefahr aussetzt, diese aber wesentlich geringer ist als bei Diskriminierung. Der Clearingmechanismus kann seine (präventive) Wirkung somit nicht voll entfalten.

Insofern galt es des Weiteren zu untersuchen, durch welches wettbewerbliche Umfeld Diskriminierung gefördert wird. Grundproblem der Qualitätsbestimmung des Geldes ist die asymmetrische Informationsverteilung zwischen Geldanbieter und -nachfrager. Garantien, Markennamen und Lizenzen stellen Maßnahmen gegen diese Unsicherheit dar, die jedoch auch einen Einfluß auf die Präferenzenbildung ausüben. Positiv zu bewerten sind grundsätzlich alle Ausgestaltungen, die in der Lage sind, den Wirtschaftssubjekten die Qualitätseinschätzung zu erleichtern, indem z. B. die Suchkosten verringert werden, ohne dabei die Qualität der Banknoten bzw. der Emittenten zu egalisieren.

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