Dissertation: Geschlechtsrollenstereotype von Grundschulkindern

Geschlechtsrollenstereotype von Grundschulkindern

Dimensionen, Ausmaß, Veränderbarkeit

Gender Studies – Interdisziplinäre Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Band 3

Hamburg 2005, 324 Seiten
ISBN 978-3-8300-1910-7 (Print & eBook)

Gender Studies, Geschlechtsrollenstereotype, Grundschulunterricht, Koedukation, Monoedukation, Pädagogik, Schule, Sozialisation, Soziologie

Zum Inhalt

Dem traditionellen Männer- und Frauenbild entgegenzuwirken, um die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern, ist auch Anliegen der Schule. Die Studien und Modellversuche, die dazu durchgeführt wurden, waren allerdings hauptsächlich für die Sekundarstufe konzipiert. Erst in den frühen 1990-er Jahren setzte ein Perspektivenwechsel in zweierlei Hinsicht ein: Zum einen wird inzwischen neben der gezielten Mädchenförderung auch die soziale Jungenförderung angestrebt. Zum anderen wird zunehmend die Forderung laut, dass Bemühungen zur Gleichstellung bereits in der Grundschule ansetzen müssten.

Vor diesem Hintergrund geht diese Studie zunächst der Frage nach, ob auch heutige Grundschulkinder noch die traditionellen Geschlechtsrollenstereotype zeigen. Das Forschungsinteresse liegt dabei weniger auf allgemeinen Charaktereigenschaften, die als typisch männlich bzw. als typisch weiblich gelten, sondern ist vielmehr auf die Vorstellungen und Erwartungen der Kinder zur beruflichen und privaten Arbeitsteilung der Geschlechter gerichtet. Gerade in diesem Bereich zeigt die gesellschaftliche Realität immer noch eine Vielzahl von Chancenungleichheiten.

Im zweiten Teil der Untersuchung wird der Frage nachgegangen, ob diese Stereotype durch ihre unterrichtliche Thematisierung und durch die Präsentation flexibler Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder im Sinne der Gleichberechtigung beider Geschlechter verändert werden können. Da nach fast zwanzigjähriger erneuter Koedukationsdebatte derzeit für mehrere Bereiche – insbesondere auch für die unterrichtliche Behandlung geschlechtsbezogener Themen – eine zeitweilige Geschlechtertrennung propagiert wird, prüft diese empirische Studie zudem auch noch die Annahme, dass in phasenweise geschlechtergetrennten Lerngruppen – verglichen mit durchgängig koedukativ unterrichteten Klassen – ein besserer Erfolg im Hinblick auf die Flexibilisierung individueller Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder erzielt werden kann.

Dieses Buch beinhaltet damit eine detaillierte Beschreibung der grundlegenden Theorien sowie des empirischen Forschungsstandes zu Geschlechtsrollenstereotypen. Die empirische Untersuchung wird – im Hinblick auf Aufbau und Ergebnisse – transparent dokumentiert. Für Lehrende zeigt diese Arbeit darüber hinaus aber auch zahlreiche, konkrete Kriterien auf, anhand derer sie den schulischen Alltag und ihr eigenes unterrichtliches Handeln hinsichtlich möglicherweise darin transportierter Geschlechtsrollenstereotypen analysieren können. Sie liefert zudem eine Reihe von (schul )pädagogischen Schlussfolgerungen und ist damit eine auf die (grundschul )pädagogische Alltagspraxis ausgerichtete Abhandlung.



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