Doktorarbeit: Motorische Kompetenz und motorische Ressourcen im Seniorenalter

Motorische Kompetenz und motorische Ressourcen im Seniorenalter

Eine Analyse von sportlich aktiven über 60-Jährigen

Schriften zur Sportwissenschaft, Band 57

Hamburg 2005, 290 Seiten
ISBN 978-3-8300-1742-4 (Print & eBook)

Rezension

[...] Mit der Untersuchung wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um aus der Sicht der Sportwissenschaft und auch der Psychogerontologie den aktuellen Forschungsstand zu kennzeichnen. Parallel dazu liefern die vorgelegten Untersuchungsergebnisse neue Erkenntnisse zu multiplen Einflussfaktoren und deren Relation zu motorischen Entwicklungsständen und Entwicklungen im Seniorenalter. Von übergreifender Bedeutung sind ebenfalls die Methoden, die im Rahmen der Forschungen zur Erfassung der alters- und alltagsrelevanten Ressourcen, Kompetenzbereiche und Einflussfaktoren entwickelt wurden. [...]

www.sportbox.de, 21.12.2005

Alter, Gerontologie, Kompensation, Lebensqualität, Motorische Kompetenz, Motorische Ressourcen, Pädagogik, Selbständigkeit, Senioren

Zum Inhalt

Das vorliegende Werk befasst sich mit der Problematik der Aufrechterhaltung von motorischer Kompetenz und damit von Selbständigkeit im Seniorenalter.

Aus der Kritik an reiner disziplinärer und meist ressourcenorientierter Forschung bei Altersgruppen über 60 Jahren in der Sportwissenschaft entstand ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich die Untersuchung von Zusammenhängen motorischer Kompetenz und Lebensqualität / Wohlbefinden zum Gegenstand gemacht hat. Diese Veröffentlichung fokussiert im Rahmen des Gesamtprojektes die Untersuchung von Struktur und Einflussfaktoren motorischer Kompetenz im Alter.

Theoretische Ausgangspositionen sind dabei insbesondere Entwicklungstheorien über die Lebensspanne sowie gerontologische und sportwissenschaftliche Ansätze zur Kompetenz, die in einem integrativen Modell motorischer Kompetenz im Seniorenalter münden. Die wissenschaftlichen Fragestellungen und folgende statistische Analysen beziehen sich zum einen auf die Wirkung von Gesundheitsfaktoren und Bewegungsbiografie auf motorische Kompetenz im Alter sowie auf die Struktur motorischer Kompetenz und deren individuelle Ausprägungen. Dabei wird die reine Verfügbarkeit und Abrufbarkeit motorischer Ressourcen ebenso untersucht wie die ganz konkrete Nutzung einzelner Ressourcen in alltagsrelevanten und altersspezifischen Anforderungssituationen.

Es zeigt sich, dass situationsabhängig und in Abhängigkeit von der personenspezifischen Verfügbarkeit von Ressourcen äußerst individuell auf vorhandene Ressourcen zurückgegriffen wird, um möglichst kompetent Alltagssituationen zu meistern. Es konnte nachgewiesen werden, dass Kompensationsmechanismen von schwach ausgeprägten Ressourcen durch die intensivere Nutzung stärker ausgeprägter Ressourcen wirksam werden. Damit ist die Perspektive geschaffen für eine wesentliche Erhöhung des Kompetenzniveaus bei ressourcengeschwächten Personen (etwa nach Auftreten einer schweren Erkrankung und damit verbundenen dauerhaften Deckeneffekten beim Training motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten) durch Erweiterung des ressourcenorientierten Trainings um ein kompetenzorientierten Training. Die Betrachtung der Bewegungsbiographie und deren Auswirkungen auf alltagsrelevante (nicht sportartrelevante) Kompetenz im Alter zeigt, dass eine bewegungsaktive Gestaltung des Alltags und der „Neu-„ bzw. „Wiedereinstieg“ in regelmäßige sportliche Betätigung wesentlich zur Verbesserung von motorischer Kompetenz sowie zur Steigerung von Wohlbefinden und Lebensqualität im Seniorenalter beitragen kann.



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