Doktorarbeit: Die Arbeit mit "nährend"- symbiotischem Körperkontakt in der Tiefenpsychologischen Körpertherapie

Die Arbeit mit "nährend"- symbiotischem Körperkontakt in der Tiefenpsychologischen Körpertherapie

Eine qualitative Studie auf der Basis von Gesprächen

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 108

Hamburg , 482 Seiten

ISBN 978-3-8300-1509-3 (Print)
ISBN 978-3-339-01509-9 (eBook)

Zum Inhalt

Thema der vorliegenden Forschungsarbeit ist die Arbeit mit „nährend“-symbiotischem Körperkontakt als eine Interventionsform in der Tiefenpsychologischen Körpertherapie. Es handelt sich um eine qualitative Studie auf der Basis von 15 Gesprächen mit Klienten.

Im Theorieteil wird die Arbeit mit „nährend“-symbiotischem Körperkontakt als körperpsychotherapeutische Interventionsform vorgestellt, in der die Therapeutin oder der Therapeut den Klienten nicht nur mit den Händen berührt, sondern auch Körperkontakt mit dem ganzen Körper anbietet und systematisch damit arbeitet. Von der „nährend“-symbiotischen Körperkontaktarbeit wird angenommen, daß sie den Klienten auf Ebenen der vorsprachlichen Entwicklung erreichen kann, und zwar bis zurück in die pränatale Zeit. Auch für Nicht-Körperpsychotherpeuten gut nachvollziehbar beschreibt die Autorin das konkrete Vorgehen und die wesentlichen Grundprinzipien dieser Arbeit. Dies sind u.a. die der organismischen Resonanz und der vegetativen Identifikation. Zwischen Therapeut und Klient wird ein Kontakt von „Kern“ zu „Kern“ angestrebt mit dem Ziel, den Klienten in seinem ursprünglichsten Selbstempfinden zu erreichen und zu stärken. Im „nährend“-symbiotischen Körperkontakt soll innerhalb einer sicheren therapeutischen Beziehung eine korrigierende Erfahrung angeboten werden, die dem Klienten die Erfahrung des angstfreien und bedingungslosen SEINS ermöglichen soll. Die Anschaulichkeit der theoretischen Ausführungen zur Körperkontaktarbeit wird durch eine Fotodokumentation noch erhöht. Ethische Richtlinien werden beschrieben und auf die klare Abgrenzung des therapeutischen Körperkontaktes zur sexuell-erotischen Berührung hingewiesen.

Die Tiefenpsychologische Körpertherapie begründet ihr Vorgehen u.a. mit Erkenntnissen der Bindungstheorie, wie sie ursprünglich von JOHN BOWLBY entwickelt worden ist. Auch an dieser Stelle sehr leserfreundlich stellt die Autorin diese Bindungstheorie in ihren Grundzügen dar und zeigt die Bezüge zwischen Bindungstheorie und Psychotherapie in stringenter Art und Weise auf. Hier ermöglicht die Autorin dem Leser, die zunächst vielleicht ungewöhnliche erscheinende Körperkontaktarbeit anhand einer bekannten und in sich konsistenten Theorie zu verstehen und einzuordnen.

Der umfangreiche Ergebnisteil der Forschungsarbeit gibt einen lebensnahen und erfahrungsbezogenen Einblick in die psychotherapeutischen Entwicklungsprozesse in Verbindung mit „nährend“-symbiotischem Körperkontakt. Die Autorin macht die konkreten Erfahrungen der befragten Klienten auf eine realitätsnahe Art und Weise der wissenschaftlichen Auswertung zugänglich. Dies ermöglicht dem Leser, selbst einen konkreten Eindruck von dem empirischen Material zu gewinnen und eigene Schlußfolgerungen zu ziehen. Eine besondere Qualität des empirischen Teils liegt in der Versprachlichung der zunächst nicht-sprachlichen Erfahrungen, die die befragten Klienten im Laufe ihres Therapieprozesses in der Arbeit mit „nährend“-symbiotischem Körperkontakt gemacht haben.

Auf der Grundlage des empirischen Materials wird als ein zentraler Wirkfaktor im „nährend“-symbiotischen Körperkontakt die im Körperkontakt enthaltene – für den Klienten unmittelbar körperlich greifbare – Beziehungserfahrung herausgearbeitet.

In dem nonverbalen energetisch-organismischen Resonanzgeschehen, das im „nährend“-symbiotischen Körperkontakt zwischen Therapeut und Klient stattfindet, wird ein weiterer eigenständiger therapeutischer Wirkfaktor vermutet, zu dem weitere Grundlagenforschung als sinnvoll erachtet wird. In Verbindung mit der vorgestellten Literatur werden Folgeforschungen zu der Wirkungsweise des „nährend“-symbiotischen Körperkontaktes mit bindungstheoretischen und psychophysiologischen Forschungsansätzen vorgeschlagen.

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