Doktorarbeit: Implementierbarkeit ausgewählter branchenfremder Konzepte im Retail Banking

Implementierbarkeit ausgewählter branchenfremder Konzepte im Retail Banking

Leistungstiefenverringerung und Franchising als Untersuchungsobjekte

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 154

Hamburg , 404 Seiten

ISBN 978-3-8300-1370-9 (Print)

Zum Inhalt

Das Wettbewerbsumfeld der Retail Banken hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Gründe sind sowohl auf der Anbieter- als auch auf der Nachfragerseite zu suchen.

Neue Wettbewerber, die sog. Direktbanken, haben in den letzten Jahren zahlreiche Kunden gewonnen und durch ihre aggressive Gebührenpolitik die filialgestützten Institute unter Druck gesetzt. Die wichtigsten Änderungen auf der Nachfragerseite sind neben der zunehmenden Alterung der Bevölkerung der Trend zu Mehrfachkontoverbindungen, die steigende Technikakzeptanz und ein seit den 70er Jahren gestiegenes Bildungs- und Vermögensniveau. Das veränderte Wettbewerbsumfeld hat zu einem deutlichen Ertragsrückgang der deutschen Retail Banken in den 90er Jahren geführt.

In der Arbeit wird untersucht, ob die Implementierung ausgewählter branchenfremder Konzepte, und zwar die Leistungstiefenverringerung und die Implementierung von Franchisemodellen, zu einer Verbesserung der Wettbewerbsposition der Retail Banken führt.

Die Leistungstiefe befindet sich im Retail Banking im Vergleich zu anderen Branchen mit durchschnittlich 70% auf einem relativ hohen Niveau. Mit Hilfe der Transaktionskostentheorie wird ermittelt, welche Teile der Wertschöpfungskette die Retail Banken selber erstellen müssen. Das trifft auf den Vertrieb zu, während Abwicklung und Produktion innerhalb hybrider Koordinationsstrukturen erstellt werden können. Das Untersuchungsergebnis wird zum Aufbrechen der Wertkette und zur Entstehung neuer Banken führen. Diese Spezialbanken werden sich auf die einzelnen Teile der Wertschöpfungskette konzentrieren. Die Vertriebskonzentration der Retail Banken wird zu einer Rentabilitätssteigerung der Institute führen, da die Kapazitätsreduktion der Filialen sich auf die vertriebsfernen Bereiche beschränkt. Beratung und Service werden dagegen ausgebaut. Dadurch können die Bankdienstleistungen günstiger erstellt werden und gleichzeitig erfolgt eine Variabilisierung der Gesamtkosten.

Eine 1:1-Kopie bestehender Franchisemodelle ist im Retail Banking nicht realisierbar. Die Implementierung von Franchisemodellen ist zwar theoretisch möglich und ist auch mit einer Effizienzsteigerung verbunden. Die KWG-Vorschriften verlangen aber eine Anpassung in der Hinsicht, daß die Franchisenehmer nur als Vermittler von Bankdienstleistungen auftreten. Die Franchisenehmer sind für den Vertrieb zuständig, Abwicklungs- und Produktionsleistungen beziehen sie von Spezialbanken. Durch die Implementierung franchiseähnlicher Modelle sind neue Wettbewerber in der Lage, ein Filialnetz aufzubauen, oder bereits im Markt aktive Retail Banken können ihr Filialnetz ausbauen.

Die Leistungstiefenverringerung und die Implementierung franchiseähnlicher Modelle können theoretisch von allen Instituten umgesetzt werden. Allerdings existieren bei den einzelnen Instituten infolge ihrer rechtlichen Strukturen unterschiedliche Barrieren gegen die Umsetzung der Konzepte.

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