Dissertation: Kontingenz und Management

Kontingenz und Management

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 146

Hamburg 2003, 338 Seiten
ISBN 978-3-8300-1133-0 (Print)

Betriebswirtschaftslehre, Kontingenzmanagement, Kontingenztheorie, Managementtheorie, Organisationstheorie, Systemsoziologie, Systemtheorie, Wirtschaftswissenschaft, Wissenschaftstheorie

Zum Inhalt

Wenn die Welt flüssig wird, hat der Soziologe Peter Gross einmal angemerkt, muß die Sozialwissenschaft ihre Anpassungsgeschwindigkeit erhöhen, selber flüssig, experimentell werden. Und was für die Sozialwissenschaft generell gilt, gilt erst recht für Managementliteratur, die volatile wirtschaftliche Prozesse und ihre Auswirkungen für Unternehmen und Management zum Thema hat. Innovative Sichtweisen gewinnen; unübliche Herangehensweisen ausprobieren; bessere Fragen stellen; abweichende Interpretationen anbieten – es sind Resultate wie diese, die ein der Unruhe in Wirtschaft und Unternehmen angemessenes Theoretisieren über Management anbieten kann.

Daher Kontingenz und Management: Das Zusammentreffen philosophisch, soziologisch, literarisch oder alltagspraktisch reflektierter Kontingenzerfahrung mit dem weiten Feld des Management und der Managementtheorie erlaubt ein solches Theoretisieren. Der Kontingenzbegriff bekommt besonderen analytischen Wert, wenn man seine Ambivalenz und Vielfältigkeit nutzt, um der buntscheckigen Welt des Management außer-gewöhnliche, anregende und erhellende Aspekte und Facetten abzugewinnen.

Das Buch ist mithin „interdisziplinär“ auf der Schnittstelle von Philosophie, Soziologie und Managementtheorie angesiedelt. Nach einigen Anmerkungen zum Verhältnis von Kontingenz und Wissenschaftstheorie besteht der Hauptteil des Textes aus „Plateaus“, aus voneinander unabhängigen Essays, die das Thema der Arbeit aus verschiedenen Blickwinkeln einkreisen. Mit anderen Worten: Die Plateaus stellen zueinander kontingente Arten des Nachdenkens über Kontingenz und Management dar.

Das Spektrum umfaßt:

  • eine Untersuchung des handlungstheoretischen und des systemtheoretischen Kontingenz-begriffs sowie deren Konsequenzen für das Verständnis von Managementhandeln;
  • einen kontingenztheoretischen Blick auf die Funktion sowie das für und wider von Hierarchien;
  • eine Theoriegeschichte der sogenannten contingency approaches der Organisationstheorie;
  • eine Analyse des Metapherngebrauchs in den Diskursen über Kontingenz und Management;
  • eine Erörterung möglicher Schattenseiten der „post-industriellen“, kontingenten (Unternehmens-)Welt;
  • eine Konzeptionierung eines eigentlichen Kontingenzmanagement.

Wirtschaftliches Überleben, schreibt der Psychologe Kenneth Gergen, hängt in einer „flüssigen Welt“ zusehends davon ab, durch ein multiples und im ständigen Wandel begriffenes Realitätsmeer zu navigieren. Das macht die Kontingenz und den Blick über den betriebswirtschaftlichen Tellerrand zu erfolgversprechenden Ausgangspunkten eines Nachdenkens über Management.



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