Dissertation: Nachfrageveränderungen im Rahmen von Flughafenkooperationen

Nachfrageveränderungen im Rahmen von Flughafenkooperationen

Analyse des Verhaltens von Luftverkehrskunden und -unternehmen sowie der Maßnahmen zur Förderung von Verkehrsverlagerungen zwischen Flughäfen

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 140

Hamburg , 420 Seiten

ISBN 978-3-8300-0969-6 (Print)

Zum Inhalt

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Analyse von Möglichkeiten von Verkehrsverlagerungen zwischen Flughäfen. Im Gegensatz zu den Vorstellungen in der verkehrspolitischen Diskussion, bei denen häufig an eine Verlagerung von bestimmten Marktsegmenten gedacht wird, soll dies insbesondere mit Hilfe von Angebotsverbesserungen erreicht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse möglicher marktorientierter Änderungen der Rahmenbedingungen, die Grundlage der Angebotsgestaltung der Luftverkehrsunternehmen sind, um so zur Förderung von Angebotsverbesserungen und einer Änderung des Flughafenwahlverhaltens der Luftverkehrskunden und damit zur Förderung von Verkehrsverlagerungen beizutragen.

Verkehrsverlagerungen sollen in erster Linie durch Nachfrageveränderungen in der Weise erfolgen, dass Luftverkehrskunden nach Angebotsänderungen der Luftverkehrsunternehmen ihr Flughafenwahlverhalten ändern und sich für die Nutzung eines anderen Flughafens entscheiden. Mit der Änderung ihres Angebotes ändern die Luftverkehrsunternehmen ihre Nachfrage nach Flughafenleistungen. Wenn dieser andere Flughafen mit dem Flughafen, der vorher genutzt wurde, kooperiert, ist dies von Vorteil für den größeren Flughafen, von dem angenommen wird, dass er am Rande seiner Kapazitätsgrenzen arbeitet. Dadurch ist eine Teilnahme am zukünftigen Wachstum des Luftverkehrsmarktes möglich.

Für die deutschen Flughäfen, die schwerpunktartig betrachtet werden, ist es insgesamt von Vorteil, wenn möglichst mehr Reisende und Luftfrachtkunden nach Angebotsverbesserungen die deutschen Flughäfen nutzen und der Anteil der Luftverkehrskunden, der ausländische Flughäfen für Abflug, Ankunft oder Umsteigen nutzt, zurückgeht. Für die Volkswirtschaft ist es von Vorteil, wenn vorhandene Kapazitäten besser genutzt werden, Kapazitätserweiterungen obsolet oder zumindest zeitlich verschoben werden können und die vom Luftverkehr besonders belastete Bevölkerung entlastet bzw. nicht stärker belastet wird.

Ausdrücklich abgelehnt werden ordnungspolitische Regeln, welche die Freiheit der Luftverkehrsunternehmen bei der Angebotsgestaltung und die Luftverkehrskunden in ihrer Flughafenwahl und damit in ihrer Konsumentensouveränität beeinflussen bzw. einschränken würden. Abgesehen von einem rein marktorientierten Agieren soll kein Flughafen in seinen Marktchancen bezüglich aller oder ausgewählter Marktsegmente bevorzugt oder beeinträchtigt werden.

Die diskutierten Änderungen der Rahmenbedingungen, wobei insbesondere die Entgeltgestaltung für Flughafenleistungen und das Vergabeverfahren von Start- und Landezeitfenstern (Slots) relevant sind, sollen die Luftverkehrsunternehmen in ihrer Angebotsgestaltung nicht behindern, sondern ihnen größere Freiheiten bieten, was insbesondere für die Marktzutrittsmöglichkeiten potentieller Konkurrenten bzw. die Möglichkeiten zur Erhöhung der Wettbewerbsintensität gilt. Die Rahmenbedingungen sollen dabei so variiert werden, das sich marktorientiert verhaltende Unternehmen für eine Änderung bzw. Ergänzung ihrer Angebotsgestaltung entscheiden und nutzenmaximierende Luftverkehrskunden eine Änderung ihrer Flughafenwahl vornehmen, so dass es letzendlich zu Verkehrsverlagerungen kommt.

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