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Lebenserinnerung: The Germans to the Front?

The Germans to the Front?

Mit einer Batterie schwerer Haubitzen im „Boxerkrieg“. Ein Tagebuch der Deutschen Expedition nach China 1900-1901 von Julius Fehl, herausgegeben von Gerhard und Renate Fehl

Lebenserinnerungen, Band 44

Hamburg 2002, 212 Seiten
ISBN 978-3-8300-0507-0 (Print & eBook)

Boxeraufstand, China, Deutschland, Kolonialisierung, Kriegsbericht, Lebenserinnerungen, Reisebericht, Strafexpedition

Zum Inhalt

Ein authentischer Erlebnisbericht von einer kriegerischen Reise in ein damals fernes Land: Der deutsche Kaiser ruft 1900 zum Kolonialkrieg nach China, die „gelbe Gefahr“ scheint zu drohen, und ein junger Artillerieoffizier meldet sich freiwillig zum Einsatz. Bei seiner Ankunft ist der Boxerkrieg jedoch bereits zu Ende, die Hoffnung auf den Kriegslorbeer hat sich verflüchtigt. Beim weiteren Aufenthalt kann der junge Mann die „gelbe Gefahr“ ebenso wenig erkennen wie den Sinn dessen, was weiterhin unter dem Namen „Boxerkrieg“ geführt wird. China erschließt sich ihm vielmehr als ein bewundernswertes, zugleich eigenständiges und rückständiges Land.

Das in China verbrachte Jahr, samt der Reise dorthin, stellt sich dem heutigen Leser dar als ein teils bedrückendes, teils lehrreiches und beglückendes Jahr. Immer schwingt dieser Doppelklang durch den Reisebericht: die Langeweile auf dem mit Truppen vollgestopften Passagierdampfer, aber auch die Besuche der an der Route liegenden interessanten Städte wie Port Said, Colombo, Shanghai und Tsingtau sowie das Erlebnis eines Taifuns im gelben Meer. Die unerfreuliche Ankunft in der Mündung des Peiho-Flusses samt dem unerwarteten Zwang zum Leben in der Etappe, zur Improvisation im Nichts der Salzsteppe, aber auch die Gelegenheit, dabei die beteiligten „Kolonialmächte“ der Russen, Franzosen, Engländer und Österreicher kennen, unterscheiden und würdigen zu lernen.

In der krieglosen Zeit bestehen für den Tagebuchschreiber die Reisen in dienstlicher Mission einerseits in unerfreulichen „Strafexpeditionen“, andererseits in kulturträchtigen Besichtigungsreisen nach Peking, zur Großen Mauer und nach Shanghaikwan an der Küste, wo die Wohlhabenden ihre Ferienhäuser haben. Bei den Strafexpeditionen im Hinterland von Peking treiben vor allem die deutschen Truppen ein grausames Spiel, bei dem vermutete Boxerflüchtlinge gejagt und dabei die Bevölkerung terrorisiert werden sollen; sie sind für den aufmerksamen Tagebuchschreiber als Leiter solcher Expeditionen nicht nur eine bedrückende Aufgabe, sondern zugleich Reisen in ein gänzlich unbekanntes altes China, in dem sie als Störenfriede ganz unterschiedlich aufgenommen werden.



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