Dissertation: Ein endogenes Konjunkturmodell für die Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum 1975 bis 1994

Ein endogenes Konjunkturmodell für die Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum 1975 bis 1994

Theoretische Ansätze und empirische Überprüfung

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 70

Hamburg , 290 Seiten

ISBN 978-3-8300-0453-0 (Print)

Zum Inhalt

Können Erwartungen ökonomisch Handelnder allein Konjunkturzyklen hervorrufen? Diese höchst aktuelle Fragestellung wird in der Arbeit ausführlich diskutiert. Gegenstand der Arbeit ist somit ein alternativer Ansatz zur Erklärung des omnipräsenten Konjunkturphänomens. Anders als bei den bislang dominierenden traditionellen exogenen und schockabhängigen Konjunkturtheorien ist die in dieser Arbeit behandelte exogene Konjunkturerklärung zur Erzeugung von Zyklen nicht notwendig auf Änderungen fundamentaler Rahmenbedingungen angewiesen. Sie stellt vielmehr ein auf das ökonomisch relevante Handeln der Wirtschaftssubjekte einwirkende psychologische Moment in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dieser als EBC-Modell formulierte Erklärungsansatz wird, gemeinsam mit einem Sunspot-Modell und einem RBC-Modell, auf seine Erklärungs- und Prognosegüte hin anhand von Zeitreihen der Bundesrepublik Deutschland geprüft.

Die Ergebnisse der Arbeit lassen die Vermutung als begründet erscheinen, erwartungsinduzierte Sunspot-Schocks könnten die konjunkturelle Entwicklung in der laufenden Periode in ihrer Tendenz stärken oder schwächen. Die von Fundamentaldaten vorgegebene konjunkturelle Grundtendenz kann jedoch nicht signifikant von ihnen beeinflusst werden.

Demnach dominieren weiterhin Fundamentaldaten beeinflussende Produktivitätsschocks bei der Erklärung des eigentlichen Konjunkturphänomens. Genauer legt die Untersuchung den Schluss nahe, dass Produktivitässchocks in der kurzen Frist kaum Einfluss auf die Konjunktur ausüben. Erst in der mittleren bis langen Frist können die durch sie hervorgerufenen Änderungen der Faktorproduktivitäten konjunkturelle Auswirkungen haben. Nichtfundamentale Schocks haben dagegen mittel- bis langfristig keinen signifikanten Einfluss auf die Konjunktur. Lediglich in der kurzen Frist vermag ihr Auftreten konjunkturelle Grundtendenzen in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen. Ein RBC-Modell erscheint daher ausreichend, um die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland von 1975 bis 1994 angemessen zu erklären. Ein für die deutsche Volkswirtschaft kalibriertes RBC-Modell könnte demnach die mittel- bis langfristige Entwicklung wichtiger makroökonomischer Aggregate prognostizieren und ein Sunspot-Modell die Entwicklung in der kurzen Frist. Eine solche pragmatische Vorgehensweise macht die ansonsten erforderliche Diskriminierung zwischen endogenen und exogenen Erklärungsansätzen überflüssig, wenn es um die Erklärung und die Vorhersage konjunktureller Schwankungen in ihrer Gesamtheit geht.

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