Doktorarbeit: Konzeption und Entwicklung eines Verfahrens zur engpaßorientierten Materialdisposition und Terminierung in PPS-Systemen

Konzeption und Entwicklung eines Verfahrens zur engpaßorientierten Materialdisposition und Terminierung in PPS-Systemen

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 121

Hamburg , 276 Seiten

ISBN 978-3-8300-0201-7 (Print)

Zum Inhalt

MRP-basierte PPS-Systeme sind zunehmender Kritik ausgesetzt. Zwar gelingt eine noch ausreichend gute Mengenplanung, die Terminplanung führt jedoch häufig zu unbefriedigenden Ergebnissen. Diese mangelnde Ergebnisgüte drückt sich insbesondere in der Realisierungsphase, also der Produktionssteuerung, durch hohe Werkstattbestände, lange Durchlaufzeiten, geringe Termintreue usw. aus.

Auf der Basis dieser Kritikpunkte entwickelt der Autor in dieser Arbeit ein an das MRP-basierte Planungskonzept angelehntes Verfahren zur engpass-orientierten Produktionsplanung und -steuerung. Das entwickelte Konzept umfasst primär die Funktionen der Produktionsplanung, und hier insbesondere Teile der die Materialdisposition und die Termin- und Kapazitätsplanung.

Zwar wird innerhalb des Verfahrens weiterhin dem Sukzessivplanungsgedanken gefolgt, jedoch eine strikte Engpassorientierung in die Produktionsplanung integriert. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Planungsschritte der PPS alle Entscheidungen an ihrer Kapazitäts- und Terminwirkung gemessen und bei möglichen Verletzungen verworfen werden. Ermöglicht wird diese Vorgehensweise durch den expliziten Einbezug der für die Produktionsdurchführung benötigten Ressourcen und Verfahrensvorschriften. Das bedeutet, dass die zentralen Entscheidungen der Produktionsplanung wie Auftragsbildung und Terminierung der Aufträge nicht produkt-, sondern arbeitsplatz- und arbeitsgangbezogen getroffen werden. Umgesetzt wird dieses Vorgehen durch eine heuristische, engpassorientierte Methode zur Terminierung und Losbildung.

Das entwickelte Konzept wurde prototypisch implementiert. Die Ergebnisse konkreter Planungsläufe wurden mit denen konventioneller Verfahren der PPS verglichen. Insgesamt zeigte sich, dass eine engpassorientierte Materialdisposition und Terminierung in der hier vorgeschlagenen Form zu günstigeren Planungsergebnissen führt und sinnvoll in die Produktionsplanung MRP-basierter PPS-Systeme integriert werden kann.

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