Doktorarbeit: Komik und Holocaust

Komik und Holocaust

Satirische und groteske Erzählstrategien bei Martin Amis, Tova Reich und Jáchym Topol im Spiegel der öffentlich-medialen deutschen Erinnerungskultur

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 165

Hamburg 2020, 434 Seiten
ISBN 978-3-339-11894-3 (Print), ISBN 978-3-339-11895-0 (eBook)

Deutschland, Erinnerungskultur, Erzählstrategien, Groteske, Holocaust-Literatur, Holocaust Tourism, Jáchym Topol, Komik, Martin Amis, Rezeption, Satire, Souvenirs, Tova Reich

Zum Inhalt

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Die Verbindung aus Holocaust und Komik stellt eine kontroverse wie provokante Kombination dar, die bis heute unter ‚Verdacht‘ steht, den Holocaust zu banalisieren und die Opfer noch zusätzlich zu verhöhnen. Daher wird Komik in Verbindung mit der Holocaust-Thematik meistens als wenig geeignete literarische Verfahrensweise für eine ‚angemessene‘ Holocaust-Erinnerung angesehen. Durch die gleichwohl stetig vorgenommene Veröffentlichung neuer komischer Holocaust-Fiktionen wird schon seit Jahrzehnten eine Auseinandersetzung mit dieser Art der Holocaust-Erinnerung forciert.

In der Studie werden die Zielobjekte, die Gestaltungsformen und die Funktionen satirischer und grotesker Erzählstrategien in den Holocaust-Romanen Interessengebiet (2015) von Martin Amis, Die Teufelswerkstatt (2010) von Jáchym Topol und Mein Holocaust (2008) von Tova Reich sowie das Verhältnis dieser Texte zur öffentlich-medialen deutschen Erinnerungskultur untersucht.

Das Buch bietet einen Überblick über gängige Satire- und Groteske-Theorien und fragt zudem nach dem Verhältnis zwischen Satire, Groteske und Komik. Die Autorin setzt sich kritisch mit dem Erinnerungskultur-Begriff auseinander und zeichnet die Erinnerungskultur-Entwicklung in Deutschland nach. In diesem Zusammenhang wird auch das in Deutschland bisher wenig beachtete Phänomen des Dark Tourism thematisiert, insbesondere die Aspekte Authentizität und Souvenirs. Die Auseinandersetzung mit den Romanen erfolgt mithilfe von Mikrotextanalysen.

Mit dieser Studie trägt die Autorin dazu bei, eine bedeutende Forschungslücke zu schließen, denn komische Erzählstrategien in neueren Holocaust-Fiktionen wie den oben genannten waren im Gegensatz zu älteren Holocaust-Romanen bis zum Erscheinen dieser Monografie nur ungenügend erforscht. Gleiches gilt für die Rezeption dieser Holocaust-Romane in Deutschland und damit ihr Verhältnis zur öffentlich-medialen deutschen Erinnerungskultur.



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