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Verlagsprogramm

Doktorarbeit: Bipolarität der Gestalten in Hermann Hesses Prosa

Bipolarität der Gestalten in Hermann Hesses Prosa

Die Romane "Demian" und "Der Steppenwolf" vor dem Hintergrund der daoistischen Philosophie

Studien zur Germanistik, Band 23

Hamburg 2007, 150 Seiten
ISBN 978-3-8300-2853-6

Rezension

, 2(2008)

» [...] Bielikovás Buch [ist] ein wertvoller Beitrag zur Hermann-Hesse-Forschung, weil es mögliche Interpretationsschlüssel zu zwei hervorragenden Werken Hermann Hesses liefert. «

Hermann Hesse, Daoismus, Fernöstliche Philosophie, Bipolarität, Daodejing, Laozi, Germanistik, Literaturwissenschaft

Zum Inhalt

Der daoistische Grundgedanke der Einheit der Polaritäten ist ein zentraler Topos im Schaffen des Nobelpreisträgers Hermann Hesse. Er ist der einzige europäische Dichter, der chinesisches Gedankengut in seinem Werk inhaltlich adäquat verarbeitet hat. Die Autorin untersucht seine bipolare Weltauffassung vor dem Hintergrund der fernöstlichen Philosophie.
Es handelt sich um eine Monographie interdisziplinären Charakters, da sie in einem Gebiet zwischen Literatur und Philosophie angesiedelt ist.

Das Ziel der Verfasserin – die Bestätigung des Einflusses des Daoismus auf den strukturellen Aufbau seiner Werke – wurde anhand der Analyse der Romane "Demian" und "Der Steppenwolf" erreicht. Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Autorin dem Einfluss der indischen Kultur und der Psychoanalyse auf Hesse. Das Neue ist die Feststellung, dass die Übernahme der indischen Gedanken durch Hesse und deren Einfluss auf ihn manchmal überschätzt wurde. Ein anderes Missverständnis geht die Psychoanalyse an. Ihre Rolle in Hesses Romanen wurde ebenfalls überbetont.

Die Verfasserin beschreibt die Zuwendung des Dichters zu China und sein Studium der chinesischen Philosophie und Kultur. Die neue geistige Orientierung hat die zweite Hälfte seines Lebens und seines dichterischen Schaffens durch das "bejahendere" daoistische Denken geprägt.

Für Hesse stellte die Einheit der Polarität einen Weg zur Menschwerdung dar. Die daoistischen Ideen zeigten sich zuerst im "Demian". Polarität als Grundprinzip dieses Romans manifestiert sich nicht nur in der Thematik, sondern auch in der Figurenkonzeption, der Handlungsstruktur und der Sprache. Auch der räumliche und seelische Dualismus stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Die Anwesenheit des daoistischen Konzepts des Yin- und Yang-Antagonismus im "Steppenwolf" wurde signifikant bewiesen. Diejenigen Pole, die Harry in seinem Inneren hat, bestätigen den Einfluss des Daoismus auf diese Schaffensphase Hesses. Wieder geht es um die "coincidentia oppositorum", die Hesse mit dem Begriff der Magie belegt. Als eine andere Art der Magie stellt sich der Humor mit seinem Vermögen zur Einheit der beiden Polen dar.

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