: Die nichteheliche Lebensgemeinschaft als Bindungsphase

Die nichteheliche Lebensgemeinschaft als Bindungsphase

Paarkonstellationen und Bindungsprozesse

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 32

Hamburg , 385 Seiten

ISBN 978-3-86064-950-3 (Print)

Zum Inhalt

Wer passt zu wem, wer passt sich an? Moderne Beziehungen sind labil. Jede dritte Ehe scheitert, von unverheirateten Paaren trennt sich ein noch größerer Anteil. Was sind die Gründe? Viele Betroffene antworten, „wir haben einfach nicht zusammengepasst“ oder „wir haben uns auseinandergelebt“. So stellt sich die Frage, wer findet zusammen und wer passt auch zusammen?

Diesen Fragen wird hier anhand einer Betrachtung nichtehelicher Lebensgemeinschaften nachgegangen. Diese Lebensform scheint besonders geeignet, da sie als ein Kind der Moderne, ein Pendant der gesellschaftlichen Veränderungen gesehen werden kann: eine relativ neue Phase im Bindungsprozess, korreliert mit den Merkmalen der Postadoleszenz, neuen Orientierungen, neuen Anforderungen der Lebensgestaltung samt ihrer Unstimmigkeiten. Eine Untersuchung von sechs Jahren Beziehungsentwicklung bei diesen jungen Paaren gibt Aufschluss darüber, welche Paar-Konstellationen sich als tragfähig erwiesen und inwieweit die Partner in dieser Zeit aufeinander zugehen.

Dass dabei die Betrachtung von Lebensformen im Rahmen von Bindungsprozessen erfolgt, geschieht aus zwei Gründen: Zum einen wird damit von vornherein auf ihren dynamischen Charakter abgezielt, denn Lebensformen stehen nicht für sich, quasi unvermittelt nebeneinander, sondern es gibt Bezüge, Passagen; und zweitens sie sind zugleich intern prozesshaft, veränderbar, denn sie bedeuten und beinhalten Interaktion. Da es bei der Paarbildung oder -lösung um die gemeinsame Entwicklung zweier Menschen geht, kann eine Analyse, die jeweils nur Individuen, also Teile des Gesamten zum Gegenstand erhebt, hier auch nur Teilinformationen berücksichtigen. Die soziale Einheit, die diese Entwicklung trägt, ist das Paar in seiner Konstellation, mit seiner Interaktion, seinen Aushandlungsprozessen; auf diese Einheit ist demnach auch die Betrachtung auszurichten.

Das Besondere dieser Arbeit liegt somit darin, dass sie von dieser Bezugsgröße ausgehend Bindungsprozesse analysiert und durch diese Perspektive mehr Aufschluss über die Bedeutung einer Lebensform, der nichtehelichen Lebensgemeinschaft, in ihrem Verhältnis zu anderen zu erlangen und die Einflusskraft verschiedener Faktoren auf die Lebensgestaltung näher zu bestimmen vermag.

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