Doktorarbeit: Die Auflösung von militärischen Machtstrukturen in der Sowjetunion unter dem Generalsekretär der KPdSU Michail Sergeevic Gorbačev

Die Auflösung von militärischen Machtstrukturen in der Sowjetunion unter dem Generalsekretär der KPdSU Michail Sergeevic Gorbačev

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 30

Hamburg 1998, 360 Seiten
ISBN 978-3-86064-722-6 (Print)

Gorbatschow, GUS, KPdSU, Michail Gorbacev, Militär, Politikwissenschaft, Russische Föderation, Russland, UdSSR

Zum Inhalt

Das Buch behandelt die Rolle der Militärs in der Endphase der Geschichte der UdSSR. Der Autor untersucht, wie der letzte Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion versuchte, die Rolle der Militärs zu schwächen, um vor allem dringend notwendige Wirtschaftsreformen durchzusetzen. Beschrieben wird, wie Gorbačev seine Machtbasis schuf, Macht ausübte und die Militärs sukzessive Macht und Einflussmöglichkeiten verloren. Der Verfasser zeigt dies am Beispiel verschiedener militärischer Institutionen auf und macht deutlich, dass schon die zunehmende Einbeziehung ziviler Experten in den militärisch-politischen Entscheidungsprozess - zum Beispiel bei den Abrüstungsverhandlungen - das frühere Monopol der Militärs bei der Zulieferung von Informationen beseitigte.

Auch die vergeblichen Versuche der sowjetischen Führung, eine wirkliche Rüstungskonversion in Angriff zu nehmen, werden in diesem Werk dargelegt. Schließlich zeigte der August-Putsch von 1991, wie weit der Auflösungsprozess von militärischen Machtstrukturen schon vorangeschritten war. Ein letztes Mal versuchten damals führende Vertreter aus KGB, dem Verteidigungsministerium und dem Rüstungssektor vergeblich, das Rad der Geschichte anzuhalten bzw. zurückzudrehen.

Der Autor stützt sich auf reichhaltiges, vor allem deutsches und russisches Literatur- und Quellenmaterial und wendet sich an politisch sowie historisch interessierte Leser. Das Buch ist klar und sehr verständlich geschrieben und verzichtet gänzlich auf Spekulationen. Die Arbeit ist durchwegs geprägt von einer historisch-empirischen Herangehensweise und verzichtet auf die Beschreibung politischer Theorien. Wer in diesem Themenbereich weiterarbeiten will, findet eine Menge Ansatzpunkte und Literaturangaben für weitergehende Informationen.



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