: Die motorische Fähigkeitsstruktur im olympischen Rennsegelsport

Die motorische Fähigkeitsstruktur im olympischen Rennsegelsport

Die qualifikationsabhängige und positionsspezifische Ausprägung bei Seglern der 470er-Bootsklasse

Schriften zur Sportwissenschaft, Band 11

Hamburg , 320 Seiten

ISBN 978-3-86064-644-1 (Print)

Zum Inhalt

Ausgehend von der Notwendigkeit wissenschaftlicher Untersuchungen zur Person des Sportlers im bisher wenig beforschten olympischen Segelsport konzentriert sich der Autor auf die populäre 470er-Bootsklasse. Sportmotorische Leistungsdispositionen der Segler stehen dabei im Mittelpunkt. Betrachtungen zur Leistungsstruktur auf allgemeiner Ebene sowie Tätigkeitsanalysen über die Aufhellung von charakteristischen Merkmalen der segel- bzw. bootsklassenspezifischen Bewegungsstrukturen führen zu einem zunächst auf theoretisch-logischer Ebene begründeten Fähigkeitssystem. Die Erkenntnisse werden in einem hypothetischen Anforderungsprofil zusammengefasst.

Die empirischen Untersuchungen basieren auf zum Teil weiterentwickelten oder auch neukonstruierten sportmotorischen Tests. Diese Tests sind überwiegend fertigkeitsunspezifisch und deshalb für äußerst breite Anwendungsbereiche geeignet. Sie stellen eine Erweiterung des wissenschaftlichen Methodeninventars für die Sportmotorik dar. Die Tests erreichen einen hohen Grad der spezifischen Fähigkeitsobjektivierung, so dass sie für spezielle sportart- oder disziplinspezifische Analysen geeignet sind. Insbesondere ein neu entwickelter Komplextest zur Koordination erlaubt die Gewinnung weiterführender Erkenntnisse über die Berücksichtigung von Fähigkeitsverbundstrukturen. Der Nachweis, dass im Hegelschen Sinne das „Ganze“ mehr ist als die Summe seiner Einzelteile, kann dadurch für den koordinativen Fähigkeitsbereich erbracht werden!

Ebenso findet das (vieldiskutierte) Fähigkeitskonzept in der Sportwissenschaft mit den vorliegenden Befunden eine Bestätigung. Leistungsunterschiede von Spitzensportlern sind auf der allgemeinen motorischen Fähigkeitsebene nachweisbar. Die Ergebnisse weisen auf eine hohe koordinative Gesamtbelastung im olympischen Segelsport hin. Sie ist in der Bedeutung für die Praxis der konditionellen Beanspruchung gleichzusetzen. Diese Erkenntnis erfordert künftig ein radikales Umdenken und neues Handeln in der Trainingspraxis. Weiterhin existieren auf der motorischen Fähigkeitsebene recht unterschiedliche Beanspruchungen an die einzelnen Besatzungsmitglieder an Bord entsprechend ihrer Position. Ob seglerischer Laie oder Profi, zum Teil überraschen die Ergebnisse, zum Teil entsprechen sie aber auch gängigen Paradigmen.

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