: Hämodynamische und immunologische Veränderungen bei einer immunvermittelten Glomerulopathie

Hämodynamische und immunologische Veränderungen bei einer immunvermittelten Glomerulopathie

Untersuchungen an der ex vivo isoliert perfundierten Rattennniere

Schriftenreihe naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 49

Hamburg , 132 Seiten

ISBN 978-3-86064-527-7 (Print)

Zum Inhalt

Glomerulonephritiden sind eine Gruppe von entzündlichen Nierenerkrankungen, die die häufigste Ursache für das Auftreten der terminalen Niereninsuffizienz darstellen. Die Entstehungsweise der Glomerulonephritiden ist nicht einheitlich und die Ursache der Erkrankung ist nur in wenigen Fällen bekannt. Die Bindung von (Auto-) Antikörpern an glomeruläre Bestandteile (Endothel-, Mesangial- oder Epithelzellen) scheint allerdings bei vielen Nephritiden ein initiales Ereignis zu sein, das entzündliche Prozesse wie die Komplementaktivierung und die Einwanderung von Leukozyten in Gang setzt. Auch kommt es zur Freisetzung einer Vielzahl von Entzündungsmediatoren wie Zytokinen, Wachstumsfaktoren oder Eicosanoiden.

Allerdings ist bei der komplexen Interaktion mehrerer Mediatoren in klinischen Situationen die Zuordnung ihrer pathogenischen Bedeutung kaum möglich. Deshalb werden in vivo-Modelle etabliert, die humanen Erkrankungen ähnlich oder gleich sind und es erlauben, detaillierte Untersuchungen über die verschiedenen Mediatoren durchzuführen. Mit einem dieser Modelle arbeitet auch der Autor. Die Erkrankung in diesem Modell wird durch intravenöse Injektion eines polyklonalen, heterologen Anti-Thymozyten-Serums (ATS) in Ratten ausgelöst. Dabei bindet der Anti-Thymozyten-Antikörper an das sogenannte Thy-1-Antigen. Der Immunkomplexbildung an den Mesangiumzellen folgt die lokale Aktivierung des Komplementsystems. Innerhalb von Stunden kommt es zur Mesangiolyse, in deren Verlauf schon nach einer Stunde bis zu 75% der mesangialen Zellen zerstört werden.

Die erhobenen Befunde zeigen, dass es im immungeschädigten Glomerulus auch ohne die Beteiligung infiltrierender Entzündungszellen zu einer starken Reduzierung der Hämodynamik kommt und ortsständige glomeruläre Zellen an der Vermittlung dieses Effekts beteiligt sind. Zudem wirken glomeruläre Zellen über eine stark erhöhte Expression und Translation von MCP-1 an der Rekrutierung inflammatorischer Zellen mit. Diese Beobachtungen sind neu und vervollständigen Befunde, die an Zellkulturen und am in vivo-Modell erhoben wurden. Die isoliert perfundierte Niere erweist sich als ein System, das Betrachtungen am intakten Organ erlaubt, ohne dass die vielfältigen Interaktionen mit dem Gesamtorganismus sowohl das Experiment als auch seine Analyse erschweren.

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