: Untersuchungen zur Optimierung der Ackernutzung in den Überschwemmungsgebieten (Várzeas) des mittleren Amazonas

Untersuchungen zur Optimierung der Ackernutzung in den Überschwemmungsgebieten (Várzeas) des mittleren Amazonas

AGRARIA – Studien zur Agrarökologie, Band 21

Hamburg 1996, 240 Seiten
ISBN 978-3-86064-411-9 (Print)

Agrarwissenschaft, Amazonas, Brasilien, Gemüseanbau, Kleinbauern, Landwirtschaft, Überschwemmungsgebiet, Varzea, Vermarktung

Zum Inhalt

Am mittleren Amazonas im Raum Manaus wurden zwischen 1991 und 1993 die Betriebssysteme von Kleinbauern untersucht, die auf den Überschwemmungsgebieten (V?rzeas) wirtschaften. Für die Hauptanbauprodukte Gemüse, Grundnahrungsmittel und Fasern wurden Marktanalysen durchgeführt.

Der Markt für Gemüse ist weitestgehend gesättigt, nur in der Hochwasserperiode des Amazonas eröffnen sich Vermarktungspotentiale, von denen aber die Kleinbauern auf der V?rzea größtenteils ausgeschlossen bleiben. Der Markt für Grundnahrungsmittel zeigt große Vermarktungschancen. Ungenügende Infrastruktureinrichtungen, ungünstige Verteilung von Niederschlägen sowie billige Einfuhren aus anderen Teilen Brasiliens erschweren jedoch eine marktorientierte Erzeugung.

Normative Analysen zeigen, dass bedeutende Einkommenssteigerungen möglich sind. Risikoaverse Fruchtfolgen und fehlende Liquiditätsreserven, die zur Anstellung von Lohnarbeitern nötig wären, erschweren eine Verbesserung der Betriebsorganisation.

Die Rinderhaltung entwickelt sich zum dominierenden Landnutzungssystem auf der V?rzea. Eine Ausweitung der Weideflächen hätte nicht nur vitale Konsequenzen für das Abflussgeschehen des Amazonas, sondern auch für die Fischfauna Amazoniens. Ein auf kleinen Betrieben basierendes Landnutzungssystem könnte die agrarwirtschaftliche Tragfähigkeit der V?rzea erhöhen. Über eine Begrenzung der Betriebsgröße, etwa für rinderhaltende Betriebe, könnte nicht nur eine Diversifizierung und Intensivierung der Landnutzung erzielt, sondern auch die Nahrungsmittelversorgung verbessert werden.

Gewachsene Nutzungsverhältnisse strukturpolitisch regeln zu wollen ist aber kaum möglich. Damit wird sich eine betriebsgrößenverringernde Politik auf die Produktion für neu zu erschließende Flächen und Märkte beschränken. Das wirtschaftliche Potential für die Markt- und Flächenerschließung auf der V?rzea ist allerdings auch hier als gering zu beurteilen.



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