: Finkenwerder - Vom „Fischeridyll“ zum „Industriestandort“ ?

Finkenwerder - Vom „Fischeridyll“ zum „Industriestandort“ ?

Strukturwandlungen in einer großstadtnahen Gemeinde im ausgehenden 20. Jahrhundert und deren Widerhall in der fiktionalen Literatur

ORBIS – Wissenschaftliche Schriften zur Landeskunde, Band 6

Hamburg , 720 Seiten

ISBN 978-3-86064-407-2 (Print)

Zum Inhalt

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Gemeindestudie; Gegenstand der Untersuchung ist die Bauern-, Fischer- und Handwerkeransiedlung Finkenwerder auf der gleichnamigen ehemaligen Elbinsel. Der ausführlichen Einleitung in die Thematik folgt ein umfangreicher Abschnitt, der die geschichtliche Entwicklung Finkenwerders detailliert unter verschiedenen Aspekten nachzeichnet. Im anschließenden Kapitel widmet sich der Autor dem Erwerbsleben der Finkenwerder, schwerpunktmäßig der Fischerei; daneben werden jedoch unter anderem auch Holzschiffbau, Landwirtschaft und Gastronomie betrachtet.

Aus der Deskription der sich wandelnden Verhältnisse der Insel lässt sich letztlich auch die soziale sowie ökonomische Situation der gesamten Inselbevölkerung ablesen. Eine besondere Bedeutung fällt in dieser Hinsicht den Versicherungs- und Fürsorgeeinrichtungen Finkenwerders zu, die ausführlich behandelt werden. Das gleiche gilt für das Finkenwerder Vereinswesen: Diesem ist ein eigenes Kapitel vorbehalten, in dem sich der Autor insbesondere mit einigen kulturellen Vereinigungen kritisch auseinandersetzt. In einem aufschlussreichen Exkurs stellt der Autor dem Schicksal Finkenwerders dasjenige anderer ehemaliger Fischeransiedlungen - Schlutup, Ellerbeck etc. - gegenüber.

Der erste Hauptteil nimmt sich der vielfältigen Strukturwandlungen Finkenwerders an, im zweiten Hauptteil wird ein Vergleich der realen Verhältnisse mit dem Bild Finkenwerders vorgenommen, das zunächst durch die bildende Kunst, später durch die fiktionale Literatur geschaffen oder verbreitet wurde. Der Autor unterzieht sich der Mühe, aufzuzeigen, ob und inwieweit sich diese Strukturwandlungen in der großenteils plattdeutschen Mundart- und Unterhaltungsliteratur wiederfinden lassen und ob das fiktionale Finkenwerder Gorch Focks, Rudolf Kinaus und anderer nicht auch authentische Züge aufweist. Darüber hinaus versucht der Autor - besonders deutlich am Beispiel Gorch Focks - von den teilweise im Umlauf befindlichen Pauschalurteilen weg hin zu einer differenzierten Betrachtung der einzelnen Schriften und ihrer Inhalte zu gelangen.

Der Studie kommt generell eine besondere Bedeutung zu, da es für Hamburg und seine Umgebung bezüglich einer Fischeransiedlung im deutschsprachigen Raum - auch auf dem Gebiet der Volkskunde - nur wenig Vergleichbares gibt. Die Arbeit ist gleichsam ein „Finkenwerder-Handbuch“, das für unterschiedliche Zielgruppen eine Fülle von detaillierten Informationen bietet.

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