: Untersuchungen zum Scanning-Verhalten beim Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus Erxleben 1777)

Untersuchungen zum Scanning-Verhalten beim Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus Erxleben 1777)

Schriftenreihe naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 8

Hamburg , 200 Seiten

ISBN 978-3-86064-073-9 (Print)

Zum Inhalt

Trotz einer Vielzahl von Untersuchungen während der letzten 30 Jahre wurde dem Einfluß von Raubfeinden auf das Verhalten von Marmosetten und Tamarinen erst während der letzen Jahre vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Daten über den Raubfeinddruck auf Krallenaffen sind nach wie vor nur in unzureichendem Maße vorhanden. Die Angaben auch längerer Freilanduntersuchungen schwanken diesbezüglich von: keinem Verlust durch Raubfeinde bis zu 15% der Population pro Jahr. Vergleichbares gilt auch für die Beutegreifversuche durch Raubfeinde.

Der Mangel an systematischen Untersuchungen (nicht nur für Krallenaffen) und die Tatsache, daß Verluste von Primaten durch Raubfeinde insgesamt relativ selten beobachtet werden, haben verschiedene Autoren dazu veranlasst, den Einfluß von Raubfeinden bei der Evolution des Sozialverhaltens bei Primaten entweder gänzlich zu verneinen oder ihm nur einen untergeordneten Stellwert zuzuschreiben. Die Gegenfrage hierzu lautet: Verluste durch Raubfeinde sind selten im Vergleich mit was? Die erfolgreiche Attacke eines Beutegreifers kann nur einmal im Leben eines Beutetiers erfolgen und selbst bei langen Kontaktzeiten mit einer freilebenden Gruppe wird der Verlust ein selten zu beobachtendes Ereignis bleiben.

Geringe Verlustraten oder seltene Beutegreifversuche lassen daher keineswegs den Schluß zu, daß Raubfeinde keinen oder nur wenig Einfluß auf die Evolution des Sozialverhaltens haben. Der notwendige erste Schritt besteht darin, die Bedeutung des Faktors “Raubfeindvermeidung” für eine spezifische Spezies zu analysieren, um damit die möglichen Implikationen für das untersuchte Sozialverhalten charakterisieren zu können.

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