: Technisierung personenbezogener Dienstleistungsarbeit

Technisierung personenbezogener Dienstleistungsarbeit

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 35

Hamburg , 246 Seiten

ISBN 978-3-86064-010-4 (Print)

Zum Inhalt

Der Verfasser behandelt die kategorialen Besonderheiten personenbezogener Dienstleistungen aus soziologischer und sozial–ökonomischer Sicht.

Dabei wird Personenbezogenheit von Klaus Bischoff–Schilke als “zu schützendes Gut” behandelt gegenüber rigider Technisierung. “Zu schützendes Gut” steht auch als Synonym für Humanverträglichkeit und forciert einen aufklärerischen, emanzipatorischen Ansatz gegenüber eigenwilliger Intersubjektivität und interpersonaler, interaktiver Arbeit. Vor deren leichtfertiger Einschränkung warnt der Autor. Dem entspricht als methodische Vorgehensweise die Überprüfung der getroffenen Wertung an Hand empirischer Befunde.

Personenbezogenheit wird im Zuge von Technisierungsbestrebungen nachhaltig tangiert: In den konkreten Einstellungssequenzen und durch Verlagerung von Tätigkeiten in den Haushalt findet eine Selbstbedienung bei der Inanspruchnahme durch Techniknutzung statt, die entweder optinal gewünscht ist, oder aber eine einseitige Abwälzung auf die Kundenseite ausmacht. Gefahr wird dort gesehen, wo die Bedeutung personenbezogener Sequenzen ignoriert wird, statt ihre Formenvielfalt offenzuhalten.

Dem fokussierten Tätigkeitsbereich kommt zunehmend die Organisation des Alltags individueller Lebensformen, einzelner oder gemeinschaftlicher Lebensführung zu. Dies steht in unmittelbarem Zusammenhang mit Individualisierungsschüben und der stärkeren Ich–Beziehung in der Wir–Ich–Balance die Bedarfe aus der Privatsphäre nach außen treibt; mit der Folge des Anwachsens gerade personenbezogener Dienstleistungsarbeit. Hierzu parallel verläuft der Prozeß eines Paradigmenwechsels in der Bewertung von Arbeit. Es ergibt sich die Situation, daß die interpersonalen Domänen stark unter Beschuß von Technisierungsvorhaben und ndash;verheißungen geraten. Genannt sei die Erprobung von computerisierten Kommunikations– und Bildungs–Netzen etwa im betrieblichen Bereich, in denen die direkt zwischenmenschlichen, die face–to–face–Beziehungen technisch mediatisiert werden, indem auf die herkömmlichen Mitarbeiter–Treffs international operierender Unternehmen verzichtet wird. Der Abbau von Komplexen, Hemmungen und Autoritätsangst durch das Fehlen des unmittelbaren Gegenübers finden erst seit kurzem Beachtung.

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