Forschungsarbeit: Pferd, Nilpferd und Thoeris – Motive auf Siegelamuletten im alten Ägypten

Pferd, Nilpferd und Thoeris – Motive auf Siegelamuletten im alten Ägypten

Schriften zur Ägyptologie, Band 4

Hamburg 2017, 142 Seiten
ISBN 978-3-8300-9519-4 (Print & eBook)

Ägypten, Ägyptologie, Archäologie, Göttin, Ikonographie, Kunstgeschichte, Nilpferd, Pferd, Siegelamulette, Skarabäen, Stempelsiegelamulette, Thoeris

Zum Inhalt

Stempelsiegelamulette sind vom späten Alten Reich bis in die Spätzeit in Ägypten vertreten und zeigen eine große Vielfalt bei der Gestaltung der Oberseite und in der Dekoration der Basis. In diese Untersuchung einbezogen werden Pferde, Nilpferde und die Göttin Thoeris. Während Nilpferde und die Göttin Thoeris schon auf den frühesten Stempelsiegelamuletten eine Rolle spielen, tritt das Pferd erst im Neuen Reich als Basismotiv auf Siegeln auf. Als Oberseitengestaltung spielt nur das Nilpferd als einzelner Kopf oder als vollständiges Tier eine Rolle, während Pferde sehr selten als Form der Oberseite von Stempelsiegelamuletten belegt sind und die Thoeris nur als Basisdekor vertreten ist.

Das einzelne Pferd ist als Basisdekoration mit einem Königsnamen oder einem königlichen Titel verbunden und steht so direkt für den König. Vorderasiatische Götter wie Astarte und Seth-Baal reiten auf Pferden bzw. stehen auf Pferderücken. Der von Pferden gezogene Wagen mit dem siegreichen Herrscher ist ein Bild königlicher Erscheinung. Das ältere Niedertreten der Feinde wird jetzt zu einem Niederfahren, um den Sieg des Pharao zu verdeutlichen. Die traditionelle Niederschlagungsszene wird durch die Szene ersetzt, wo Pharao im Streitwagen fahrend auf Menschen schießt. Um seine umfangreiche Herrschaft noch mehr zu verdeutlichen, schießt der Herrscher auf Menschen und Tiere, Krieg und Jagd sind so zu einem Bild verschmolzen. Das verkörpert den Sieg Pharaos über alle feindlichen Mächte, was Voraussetzung und Ausdruck seiner umfassenden Herrschaft ist und damit dem Träger des Siegelamulettes Sicherheit verheißt.

Als Tier des Papyrusdickichts ist das Nilpferd mit Regeneration und der Hathor verbunden. Im Mittleren Reich tritt erstmals die Nilpferdjagd auf der Basis von Skarabäen auf und in der Ramessidenzeit verbindet sich das Nilpferd mit dem in dieser Epoche besonders verehrten Gott Seth. Das einzelne Nilpferd ist in der Regel schreitend wiedergegeben.

Die Göttin Thoeris spielt im Alltagsleben der Frauen eine große Rolle, da sie als eine schützende Macht in den Zeiten von Schwangerschaft und Geburt galt. Während sie auf den frühen Siegelamuletten einen Stab hält, ist sie später mit einem Messer und/oder mit dem Schutzzeichen sowie mit Nefer- oder Anch-Zeichen verbunden. Motivkombinationen verbinden sie mit Besgestalten und einigen anderen Gottheiten, selten mit Königsnamen und Tieren.



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