Doktorarbeit: Der deliktsrechtliche Schutz der Ehe unter besonderer Berücksichtigung eines Getrenntlebens der Ehegatten

Der deliktsrechtliche Schutz der Ehe unter besonderer Berücksichtigung eines Getrenntlebens der Ehegatten

Studien zum Familienrecht, Band 48

Hamburg , 236 Seiten

ISBN 978-3-8300-8149-4 (Print)
ISBN 978-3-339-08149-0 (eBook)

Zum Inhalt

Im Jahr 1952 führt der BGH in einer Leitentscheidung erstmals die Rechtsfigur des räumlich-gegenständlichen Bereichs in die Rechtsprechung ein und gewährte so deliktsrechtlichen Schutz für eine Ehegattin, die es nicht dulden wollte, dass ihr Ehemann seine Geliebte in die eheliche Wohnung aufgenommen hatte. Dieses Recht des räumlich-gegenständlichen Bereichs der Ehe wird als absolutes Recht behandelt und nach geltender Rechtsprechung unabhängig von der konkreten Situation der Ehe und den konkreten Räumlichkeiten gewährt – relevant ist nur, dass die jeweilige Wohnung als Ehewohnung dient.

Dabei drängt sich jedoch die Frage auf, welche Konsequenzen ein Getrenntleben der Eheleute hat, das gem. § 1567 I 2 BGB auch innerhalb der ehelichen Wohnung möglich ist: Wenn der Gesetzgeber den Ehegatten die Möglichkeit eröffnet, dass sie für die Zeit von mindestens einem Jahr (§ 1566 I BGB), häufig aber für drei Jahre (§ 1566 II BGB) die eheliche Lebensgemeinschaft aufheben, trotzdem aber in der Ehewohnung verbleiben, sollte an sich jeder der Ehegatten innerhalb des ihm zugewiesenen räumlichen Bereichs sein Leben autonom gestalten können.

Das Werk widmet sich diesem Problem. Sie zeigt die Widersprüche und Inkonsequenzen der Rechtsfigur des räumlich-gegenständlichen Bereichs der Ehe auf und entwickelt ein Alternativmodell zu einer flexibleren und interessengerechteren Gestaltung des deliktsrechtlichen Schutzes in Getrenntlebenssituationen der Ehegatten.

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