Thomas Gronwald Hirnaktivität im Sport
Analyse der zentralnervalen Aktivierung während definierter Ausdauerbelastungen auf dem Fahrradergometer unter Normoxie und Hypoxie
Nachwuchspreis der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft
Hamburg 2012, 278 Seiten
Zum Inhalt
Im Hochleistungssport besteht eine Vielzahl von Fragen hinsichtlich der konkreten Belastungssteuerung im Trainingsprozess. Namenhafte Trainingsmethodiker haben längst erkannt, dass aufgrund abzusehender Grenzen in den Belastungsumfängen, die effektive Gestaltung der Trainingseinheiten und Trainingszyklen im Sinne eines optimalen Reizwechsels eine der größten trainingsmethodischen Reserven im Hochleistungstraining darstellt. Erfahrungen und Berichte aus dem Spitzensport deuten darauf hin, dass Kenntnisse zur Dosis-Wirkungs-Beziehung eine Schlüsselfunktion im Training haben. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die bisherigen Erkenntnisse hierzu umfassend aufklären.
Über die Wirkung starker Trainingsreize auf die zentralnervale Beanspruchung und deren Folgen liegen so gut wie keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Weitgehend ungeklärt ist der Zusammenhang der Dosis-Wirkungs-Beziehung in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit bei Vorgaben im Bereich der Schwellenbelastung (Dauer, Intensität), bei hochintensiven Intervallbelastungen (Intensität, Umfang) und bei Frequenzbelastungen (z.B. variable Bewegungs- bzw. Trittfrequenzen). Wie stark der Athlet während der sportlichen Belastung zentralnerval beansprucht wird, ist fast gänzlich ungeklärt und nur schwer zu quantifizieren.
Zielstellung der Studien ist es daher, neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Hirnaktivität, registriert mit Hilfe der Elektroenzephalografie (EEG), während sportlicher Akutbelastungen und verschiedener Belastungsregimes bei ausdauertrainierten Radsportlern auf einem Hochleistungsfahrradergometer zu gewinnen. Es gilt dabei herauszufinden, wie stark der Sportler während der sportlichen Belastung zentralnerval beansprucht wird, welche zentralnervalen Reaktionen unterschiedlich normierte Ausdauerprogramme und verschiedene Belastungsnormative auslösen und wie die Erkenntnisse zur weiteren Individualisierung und gezielteren Reizsetzung im Ausdauertraining beitragen können.
Die erfassten EEG-Daten sollen dabei helfen die Belastungs-Beanspruchungs-Interaktion auf zentralnervaler Ebene im Bezug zu etablierten biologischen Messgrößen (z.B. Herzfrequenz, Laktat) zu beurteilen, um die Belastungsauswirkungen in Abhängigkeit von Intensität, Dauer und Dynamik normierter Belastungstests zu analysieren. Die Studien wurden im ersten und zweiten Quartal 2010 im gemeinsamen Labor des Departments Sportwissenschaft und des An-Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e.V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt.
Bibliografische Daten
| Autor | Thomas Gronwald |
| Titel | Hirnaktivität im Sport |
| Untertitel | Analyse der zentralnervalen Aktivierung während definierter Ausdauerbelastungen auf dem Fahrradergometer unter Normoxie und Hypoxie |
| Seiten | 278 |
| Erscheinungsjahr | 2012 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-8300-6410-7 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-06410-3 |
| Schriftenreihe | Schriften zur Sportwissenschaft |
| Band | 103 |
Interview mit dem Autor
„Hirn unter Feuer beim Sport“, Ärztezeitung, 01.01.2013
Über Thomas Gronwald
Prof. Dr. phil. habil. Thomas Gronwald, MBA, ist Sportwissenschaftler mit den Schwerpunkten Trainingswissenschaft, Leistungsdiagnostik sowie Belastungs- und Beanspruchungssteuerung im Leistungs-, Gesundheits- und Rehabilitationssport. Er studierte Sportwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem Schwerpunkt Prävention, Rehabilitation und Therapie und wurde dort in der Trainingswissenschaft und Sportmedizin promoviert. Es folgten ein MBA-Studium im Bereich Health Care Management sowie die Habilitation im Fach Trainingswissenschaft.
Seine wissenschaftliche Laufbahn umfasst Stationen an mehreren Universitäten, darunter die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie die Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin, wo er als Professor und Dekan tätig war. Seit 2017 ist er Professor für Sportwissenschaft an der MSH Medical School Hamburg. Dort leitet er im Department „Performance, Neuroscience, Therapy and Health“ den Bereich Sportwissenschaft sowie Studiengänge der Physiotherapie und Sportwissenschaft.
In Forschung und Lehre beschäftigt er sich insbesondere mit der Optimierung von Trainingsprozessen, neurophysiologischen Anpassungsmechanismen, Biomarker-basierten Steuerungsansätzen sowie der Verletzungsprävention im Sport. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Anwendung digital gestützter Monitoring- und Feedbacksysteme im Kontext von Training und Gesundheit.
Neben seiner Hochschultätigkeit ist er in der Gesundheitswirtschaft unternehmerisch aktiv und arbeitet an praxisnahen digitalen Lösungen zur Trainings- und Gesundheitssteuerung. Zudem verfügt er über umfangreiche Lehrerfahrung in der akademischen Ausbildung sowie in der Trainer:innenfortbildung. Gronwald ist Mitglied internationaler Fachgesellschaften, darunter der National Strength and Conditioning Association (NSCA) und des European College of Sport Science (ECSS).
Kontakt zum Autor
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