Forschungsarbeit: Zwangsarbeit bei der Auto Union

Zwangsarbeit bei der Auto Union

Eine Fallstudie der Werke Audi und Horch in Zwickau

Schriften zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Band 17

Hamburg , 136 Seiten

ISBN 978-3-8300-6165-6 (Print)
ISBN 978-3-339-06165-2 (eBook)

Rezension

[...] Trotz der frühen Einbeziehung dieser Branche wurde der Einsatz von Zwangsarbeitern in den Automobilwerken Sachsens kaum beleuchtet. Die nun von Franziska Hockert für die Zwickauer Werke Audi und Horch der Auto Union AG vorgelegte sozialgeschichtliche Arbeit stellt den überfälligen Auftakt zur Schließung dieser Lücke dar.
[...] hat Hockert insgesamt eine solide, gut lesbare und gegliederte [...] Untersuchung vorgelegt, die, wie die Verfasserin selbst betont, nicht allumfassende Antworten liefert, sondern den „Beginn eines intensiven Forschungsinteresses zum Thema Auto Union im Zweiten Weltkrieg“ (S. 117) markieren soll.
in: Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, VSWG 100. Band, Heft 1 (2013)

Zum Inhalt

Das System „Zwangsarbeit“ war eines der wesentlichen Elemente der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft – Millionen von Zwangsarbeitern sicherten mit ihrer Arbeitskraft das Funktionieren der Wirtschaft des Dritten Reiches – im Besonderen die Kriegsproduktion.

Auch die Auto Union – zweitgrößter Automobil- und während des Krieges wesentlicher Rüstungsproduzent – nutzte die Arbeitskraft tausender Zwangsarbeiter, unter ihnen auch Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg. Die Autorin untersucht in dieser Fallstudie die Zwickauer Werke der Auto Union –Audi und Horch –im Hinblick auf diesen Einsatz. Auf Basis zuvor noch nicht ausgewerteter Archivquellen widmet sich ein erster großer Abschnitt unter anderem folgenden Fragen:

  • Weshalb kam es zum Zwangsarbeitereinsatz?
  • Ab wann und in welcher Zahl wurden sie bei den Werken beschäftigt?
  • Welche Parallelen können zum Kriegsverlauf gezogen werden?

In einem weiteren großen Kapitel werden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter erforscht. Unter anderem gibt es Einblicke ihrer Integration in den Arbeitsprozess sowie Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Ausländern und deutschen Arbeitern in der sogenannten Gefolgschaft. Dargestellt werden zudem die Lebensbedingungen, wie z.B. die verschiedenen Arten der Unterbringung oder die medizinische und hygienische Versorgung.

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