Doktorarbeit: Konstruierte Antike

Konstruierte Antike

Der Echtheitsbegriff erläutert an archäologischen Denkmälern

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 49

Hamburg , 594 Seiten

ISBN 978-3-8300-4236-5 (Print)
ISBN 978-3-339-04236-1 (eBook)

Zum Inhalt

Auf provokante Weise nähert sich A. Schidlofski dem Thema Antikenrezeption. Damit kommt sie in Kontakt mit dem Echtheitsbegriff. Gleichzeitig deckt sie die dahinter verborgenen Machtstrukturen auf. Denn das Streben nach Authentizität kann einerseits für die Forschung Großes leisten, andererseits aber auch einen enormen Schaden anrichten. Jedoch ist es unmöglich, die Diskussion ausschließlich auf die Originalität zu beschränken. Im Rahmen ihrer Recherchen führt die Autorin den Begriff „Fälschung“ ad absurdum.

Anhand von Texten aus unterschiedlichen Epochen wird deutlich, dass sich das Authentizitätsempfinden von der Antike bis in die Gegenwart änderte. Trotzdem herrschte im Umgang mit Echtheit zu keiner Zeit Kritiklosigkeit, wie häufig angenommen wird.

Mit Hilfe von Antikenimitationen zeigt A. Schidlofski, dass „Fälschen“ zu den Verführungskünsten zählt. Als Täter fungieren nicht nur Händler, Maler, Bildhauer, sondern auch das Opfer selbst. Zu diesen spannenden Ergebnissen gelangte die Autorin durch ihre anthropologische Sichtweise. Ein profunder Katalog, zahlreiche Abbildungen, eine detaillierte Literaturliste und ausführliche Fußnoten untermauern die ungewöhnlichen Theorien. Mit ihrem lockeren Schreibstil richtet sich die Autorin bewusst an eine breite Leserschaft. Dabei wird am Ende die Frage aufgeworfen, ob man sich nicht vor der Echtheit fürchten sollte.

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