Doktorarbeit: Leistungsanalyse und Gewinnverteilung in vernetzten Produktionsstrukturen

Leistungsanalyse und Gewinnverteilung in vernetzten Produktionsstrukturen

Möglichkeiten im Rahmen des Extended Value Chain Management-Ansatzes

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 229

Hamburg 2008, 584 Seiten
ISBN 978-3-8300-3940-2 (Print), ISBN 978-3-339-03940-8 (eBook)

Betriebswirtschaftslehre, EVCM, Extended Value Chain Management, Gewinnverteilung, KMU, Kompetenzzelle, Leistungsanalyse, Netzwerk-Controlling, Produktionsnetzwerk, Vernetzte Produktionsstrukturen

Zum Inhalt

Der kontinuierlich voranschreitende Entwicklungsprozess der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) bietet in rascher Folge immer wieder neue Handlungsalternativen im ökonomischen Umfeld. Als ein Resultat dieser Entwicklung ist der inzwischen hohe Grad der Globalisierung der Wirtschaft zu interpretieren. Derartige Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die bekanntlich das Rückrat westlich geprägter Volkswirtschaften darstellen, zu Überlegungen, wie mit dieser Entwicklung mitgehalten werden kann. Durch die in der Regel eher begrenzten finanziellen Möglichkeiten, einer tendenziell schwächeren informationstechnischen Infrastruktur, sowie die Beschränkung auf nur wenige Kernkompetenzen haben viele KMU Schwierigkeiten, mit den großen Konzernen zu konkurrieren. Aus diesem Grund gilt es, dass die KMU konsequent auf Ihre spezifischen Stärken wie schnelle Reaktionsfähigkeit, hohe Flexibilität und schlanke Organisationsstruktur setzen. Aus diesen Gründen entscheiden sich zahlreiche KMU für eine Teilnahme an Netzwerken. Das Ziel derartiger unternehmensübergreifender Wertschöpfungsverbünde besteht in der Herstellung weltweit konkurrenzfähiger Produkte durch intensive kompetenzorientierte Kooperation. Dieser Ansatz wurde in der Realität bereits in zahlreichen Fällen verwirklicht und dessen Tragfähigkeit nachgewiesen. Neben dieser praxisorientierten Sicht stellen Netzwerke (und insbesondere Produktionsnetzwerke) auch ein interessantes und vielschichtiges Forschungsgebiet dar. Arbeiten hierzu können entweder einzelne Teilbereiche, wie zum Beispiel Organisation, Recht, Technik, Logistik oder Controlling fokussieren, oder aber rücken eine umfassende generelle Konzeption in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

In dieser Studie stellt der Autor basierend auf dem Konzept des „Hierarchielosen Regionalen Produktionsnetzes“ sowie des dafür entwickelten Betreiber- und Koordinationskonzeptes „Extended Value Chain Management“ (EVCM) einen umfassenden Ansatz für die Leistunganalyse und Gewinnverteilung in vernetzten Produktionsstrukturen vor. Als Hauptziel wird in diesem Zusammenhang die Maximierung des Nutzens sowohl für die einzelnen Netzwerkteilnehmer als auch für das gesamte Produktionsnetz angestrebt. Der Ansatz besteht aus den drei Modellsträngen Gewinnverteilung, Anreizmechanismen und Leistungsanalyse, wobei die beiden letztgenannten Stränge einen Einfluss auf die Gewinnanteile der einzelnen KMU ausüben. So ermöglicht die Leistungsanalyse durch eine KMU- und wertschöpfungsprozessbezogene Be- und Auswertung der erbrachten Leistung auf der Basis verschiedener Leistungsparameter eine leistungsgerechte Ermittlung von Gewinnanteilen. Außerdem werden Möglichkeiten der Anreizgewährung und –gestaltung an Hand ausgewählter Szenarien diskutiert. Die Durchführung der Gewinnverteilung in Netzwerken wird durch die Darstellung verschiedener Gewinnverteilungsmodelle, die bspw. auf festen, variablen und gewinnerwartungsabhängigen Gewinnanteilen der KMU basieren, unterstützt. Es ist festzustellen, dass mit den vorgestellten Ansätzen eine wesentliche Erweiterung des operativen Netzwerk-Controllings gelungen ist.



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