Dissertation: Suizidversuche und selbstschädigendes Verhalten im Justizvollzug

Suizidversuche und selbstschädigendes Verhalten im Justizvollzug

Gefängnis, Gesunderhaltung der Gefangenen, Haft, Justizvollzug, Psychologie, Rechtswissenschaft, Selbstschädigendes Verhalten, Selbstverletzung, Suizidversuch

Zum Inhalt

Suizidversuche und selbstschädigendes Verhalten von Gefangenen stellen unter anderem aufgrund ihrer hohen Prävalenz, der rechtlichen Verantwortung zur Gesunderhaltung der Gefangenen und der Belastungen für alle Beteiligten ein großes Problem für den Justizvollzug dar. Ein Studium bisheriger Arbeiten über Risikofaktoren für diese Verhaltensweisen zeigt zum einen ein unklares, zumeist widersprüchliches Bild. Zum anderen wird die Unterscheidung von "ernsthaften" und "nicht ernsthaften" und oftmals als manipulativ bezeichneten Suizidversuchen als distinkte Phänomene, jedes mit charakteristischer klinischer Symptomatik, kontrovers in der gegenwärtigen Literatur diskutiert. In der Praxis stellt die Einschätzung der "Ernsthaftigkeit" eines Suizidversuchs eine Herausforderung für jeden Diagnostiker dar.

Dieses Buch geht zum einen der Frage nach, ob sich distinkte klinische Erscheinungsbilder, Vorgeschichten und Begleitumstände feststellen lassen. Eine Einschätzung der Ernsthaftigkeit individueller Akte wird dadurch erreichbar, was wiederum eine angemessene Behandlung des Gefangenen ermöglicht. Die unterschiedlichen Gefangenengruppen werden in ihren Charakteristika beschrieben.

Darüber hinaus wurden Gefangene mit selbstschädigendem Verhalten einer Vergleichsstichprobe gegenübergestellt und die prädiktive Validität einer Vielzahl von bekannten Risikofaktoren geprüft. Dadurch können Risikogefangene frühzeitig erkannt und Präventionsmaßnahmen eingeleitet werden. Eine Identifizierung von gefährdeten Gefangenen scheint anhand einfach zu erhebender Risikomerkmale möglich.

Die Untersuchung zeichnet sich zum einen durch ihr zielführendes und präzises Studiendesign aus. Neben der Konzeptionalisierung der Begrifflichkeiten bezieht sich dies auch auf die Selektionskriterien der Vergleichsstichprobe und die Wahl der angewandten psychometrischen Instrumente. Darüber hinaus fanden zur Beantwortung der Fragestellungen eine Reihe von elaborierten statistischen Verfahren Anwendung, deren Ergebnisse sowohl dem Wissenschaftler als auch dem Praktiker interessante Anhaltspunkte und Schlussfolgerungen ermöglichen.



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