Doktorarbeit: Die Entdeckung des „Briefes“ als literarisches Ausdrucksmittel in der Ramessidenzeit

Die Entdeckung des „Briefes“ als literarisches Ausdrucksmittel in der Ramessidenzeit

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 34

Hamburg 2006, 234 Seiten
ISBN 978-3-8300-1854-4 (Print & eBook)

Ägyptologie, Altertum, Amenemope, Archäologie, Brief, Papyrus Anastasi I, Ramessiden, Tale of Woe

Zum Inhalt

Diente der Brief im alten Ägypten zunächst als Informations- und Kommunikationsmittel, so entdeckt die Ramessidenzeit den Brief als literarisches Mittel.
Dies wird aufgezeigt an den drei hier behandelten Texten Papyrus Anastasi I, Tale of Woe und der Erzählung von Horus und Seth.
Papyrus Anastasi I und Tale of Woe bedienen sich der Briefform, um einen breiteren Kreis auf Mißstände aufmerksam zu machen.

Der vermutlich in der Ramsesstadt konzipierte Papyrus Anastasi I fordert einen neuen Beamtentyp: mit fundierter Bildung, mit Kenntnissen, die im zunehmenden Kontakt mit dem Ausland nötig sind, mit der Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Damit steht diese „pragmatische Lehre“ im Gegensatz zur aus Theben stammenden Lehre des Amenemope, die das Bild des „Schweigers“ propagiert, der sein Schicksal in Gottes Hand legt, demütig den ihm zugewiesenen Status akzeptiert und keine Veränderung anstrebt.

Indem Tale of Woe eine innerägyptische Krisensituation aus der Perspektive eines vertriebenen Priesters schildert, ist dieser Text einzureihen in die Klageliteratur.

Die in die Erzählung von Horus und Seth eingebetteten Briefe sind schriftliche Äußerungen des Willens der obersten Götter. Sie bilden eine eigenständige Argumentationsebene, die den Anspruch des realweltlichen Königs auf sein Amt begründet und legitimiert.

Die Verwendung des „Briefes“ als literarisches Mittel geht über seine ursprüngliche Funktion der Information und Kommunikation hinaus, sodaß hier zu Recht von einer „Erweiterung des Bestehenden“ gesprochen werden darf.



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