Doktorarbeit: Der Zerstörungsbefund 480/79 der Athener Akropolis

Der Zerstörungsbefund 480/79 der Athener Akropolis

Eine Fallstudie zum etablierten Chronologiegerüst

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 30

Hamburg , 266 Seiten

ISBN 978-3-8300-1385-3 (Print)

Zum Inhalt

Die Chronologie der Spätarchaik und Frühklassik beruht im Wesentlichen auf dem sog. Studniczka-Langlotz-Gerüst, das Anfang der 1920er Jahre formuliert wurde und bis auf kleinere Adaptierungen auch heute noch weitgehende Akzeptanz erfährt. Im Prinzip beruht dieses Modell auf der Verbindung literarischer Quellen, von mehr oder minderer Qualität, zu archäologischen Befunden, die dann als absolut datierte Fixpunkte gelten. Betrachtet man diese gesicherten Daten allerdings isoliert, ergeben sich Ungereimtheiten, die vermuten lassen, dass das Prädikat Fixpunkt in einigen Fällen voreilig vergeben wurde. In der nun vorliegenden Arbeit soll mit dem ’Perserschutt’ von der Athener Akropolis ein Teilaspekt dieses Ordnungsprinzips auf seine chronologische Verbindlichkeit hin überprüft werden.

Es kann gezeigt werden, dass es sich beim ’Perserschutt’ der Athener Akropolis um keinen einheitlichen Zerstörungshorizont, sondern um das Resultat von Terrassierungs- und Aufräumungsarbeiten nach den Verwüstungen durch die Perser in den Jahren 480/79 v. Chr. handelt. Diese Arbeiten wurden mit großer Wahrscheinlichkeit erst nach dem Erfolg des Atheners Kimon am Eurymedon (um 468 v. Chr.) aufgenommen, da es zuvor weder die finanziellen Mittel noch den dringenden Bedarf für die Wiederherstellungen der Bauten auf der Akropolis gab. Sie zogen sich dann zumindest bis in die 50er Jahre des 5. Jhs. und wurden erst unter Perikles beendet, wodurch ein terminus ante quem von etwa 447 v. Chr. für die Vollendung der Burgmauern und den letzt möglichen Zeitpunkt für die zeitgleichen Anschüttungen definiert werden konnte. Zieht man die Funde aus dem ’Perserschutt’ von der Athener Akropolis als stilistische Vergleichsbeispiele heran, muss somit bedacht werden, dass lediglich ein terminus ante quem von etwa 447 v. Chr. und nicht etwa 480/79 v. Chr. konkret bestimmt werden kann. Untersuchungen am Fundmaterial bestätigten diesen Ansatz. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Chronologie der Plastik und der Vasen runden das Thema der Arbeit ab.

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