Doktorarbeit: Karriereorientierung als Lebensmuster in der Biografie von Frauen

Karriereorientierung als Lebensmuster in der Biografie von Frauen

Eine rekonstruktive Analyse

FEMINAT – Studien zur Frauenforschung, Band 12

Hamburg , 524 Seiten

ISBN 978-3-8300-1109-5 (Print)

Zum Inhalt

Warum gibt es so wenige erfolgreiche Frauen in den Spitzenpositionen von Wissenschaft und Zeitgeschehen, Politik und Wirtschaft? Und wieso ist der Frauenanteil in hochkarätigen Positionen der deutschen Unternehmen so gering? Zwar werden dort viele hochqualifizierte Frauen eingestellt, und zwar mit gutem Erfolg: diese Frauen sind erstaunlich kreativ und motiviert, mit vielfach hochqualifizierter Ausbildung und fabelhaften Referenzen. Sie wirken genauso gut wie Männer, wenn nicht besser, und leisten mindestens ebenso viel. Aber sie werden nicht befördert, sie schaffen den Aufstieg nicht. Warum ist das so? Dazu sind drei Aspekte eines einzigen Phänomens zu betrachten: Die Chancenungleichheit zwischen den Geschlechtern im Berufsleben, das durchaus als ambivalent zu betrachtende Image von Frauen in Führungspositionen und die gesellschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Frauen innerhalb und außerhalb ihrer Berufswelt zu kämpfen haben.

Diese Untersuchung geht dieser Frage anhand von exemplarischen Einzelfallstudien der Lebens- und Berufsbiographie von neun Frauen nach, die methodische Vorgehensweise basiert auf einer Interviewstudie zweier Vergleichsgruppen: Frauen in einer Führungsposition gegenüber Nicht-Karrierefrauen. Am individuellen Beispiel wird gezeigt, warum nur wenige Frauen trotz vornehmlich gleich guter Anlagen, trotz vordergründig gleich guter Chancen und trotz vehementer eigener Anstrengungen im Berufsleben Erfolge verzeichnen. Die der Arbeit zugrunde liegende pädagogische Ausrichtung ist focusierend im Gebiet der Biografieforschung vor dem Hintergrund sozialisationstheoretischer Fragestellungen anzusiedeln. Gezielt aufgezeigt werden zudem Unterschiede in den Lebensmustern und den daraus resultierenden Selbstbildern bzw. dem Selbstverständnis der beiden Frauen typen „in Abhängigkeit bzw. unter Berücksichtigung des Sozialisationseinflusses.

Die Ergebnisse der vergleichenden Analyse belegen, dass es die Begründung für die mangelnde Partizipation von Frauen in und an Führungspositionen (und im Umkehrschluß die Garantie für eine erfolgreiche Partizipation) nicht gibt: Eine Vielzahl von Faktoren und deren Zusammenwirken scheinen vielmehr dafür verantwortlich zu sein, dass bestimmte Frauen hochkarätige Führungspositionen erreichen und darin bestehen können und andere nicht. Weder ist es die fundierte Ausbildung allein ein Garant dafür, um als Frau eine Spitzenposition zu erlangen. Auch hängt die erfolgreiche berufliche Karriere von Frauen nicht allein von günstigen externen Faktoren oder extremen Ausnahmesituationen ab, weder der alleinige Wille zum Erfolg noch die günstige familiäre Herkunft oder die gar offensive Ablehnung traditioneller weiblicher Lebensmuster scheinen für sich allein ausschlaggebend zu sein: In der Kombination möglichst vieler derartiger Vorbedingungen liegt vielmehr das Startkapital von beruflich erfolgreichen Frauen.

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