Sammelband: Krieg, Konflikt und Gesellschaft

Krieg, Konflikt und Gesellschaft

Aktuelle interdisziplinäre Perspektiven

Studien zur Konflikt- und Friedensforschung, Band 2

Hamburg 2003, 240 Seiten
ISBN 978-3-8300-0810-1 (Print)

bewaffnete Konflikte, Europäische Integration, Globale Sicherheit, Konfliktforschung, Konfliktsoziologie, Militär, NATO, Politikwissenschaft, psychische Belastungen, Selbstmordattentäter, Soldaten

Zum Inhalt

Kriege und bewaffnete Konflikte gehören nach dem Ende des Kalten Krieges wieder zur Tagesordnung - erst im Frühjahr 2003 wurde die Weltöffentlichkeit Zeuge eines neuerlichen Krieges in der Golfregion, wo eine ‘Koalition der Willigen‘ unter Führung der USA das Regime im Irak entmachtete. Die Grausamkeit des Krieges konnte live am Bildschirm verfolgt werden, im Krieg scheint es zeitlos ums Töten und Sterben zu gehen. Doch jenseits dessen lässt sich seit Ende des Kalten Krieges ein beträchtlicher Wandel der Formen kollektiver Gewaltanwendung feststellen, der auf die veränderten Rahmenbedingungen durch die Auflösung des Ost-West-Konfliktes, die fortschreitende weltweite Globalisierung und die Modernisierung von Gesellschaften zurück zu führen ist.

Tatsächlich fand seit 1990 eine Vielzahl von Krisen statt, die in bewaffnete Konflikte und Kriege mündeten. Allein im Jahre 2002 wurden über 40 Kriege und bewaffnete Konflikte weltweit gezählt, die meisten davon in Afrika und Asien. Dabei zeigt sich, dass Kriege immer mehr das Muster des ‘irregulären Krieges‘ oder ‘neuen Krieges‘ annehmen. Bei diesen Hybridformen des Krieges treten Kämpfer mit höchst unterschiedlicher Ausbildung, Bewaffnung und Motivationslage auf - bis hin zu Selbstmordattentätern. Zwar sind Formen der ‘enthegten‘ Kriege auch zu anderen Zeiten entstanden, die hier zusammengetragenen Aspekte deuten aber auf ein tatsächlich neues und typisch spätmodernes Muster des gewaltsamen Konfliktaustrages hin.

Der Sammelband untersucht in interdisziplinärer Perspektive Ursachen, Hintergründe und Zusammenhänge dieser neuen Kriegsformen. Dabei werden drei Themenbereiche angesprochen: erstens die Transformation des Systems internationaler Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges, zweitens die sich abzeichnenden Veränderungen im Kriegsgeschehen und bei der Anwendung organisierter Gewalt sowie drittens die Auswirkungen der Veränderungen auf das Militär und militärische Aufgaben.

Mit Beiträgen von Ulrike Beckmann, Sabine Collmer, Christian Glatzl, Karl W. Haltiner, Franz Kernic, Paul Klein, Gerhard Kümmel, Georg-Maria Meyer und Olaf Theiler.



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