Dissertation: Nonverbales Verhalten im Lernprozess

Nonverbales Verhalten im Lernprozess

Schriften zur pädagogischen Psychologie, Band 3

Hamburg 2002, 376 Seiten
ISBN 978-3-8300-0693-0 (Print)

Ausdrucksverhalten, Erziehungswissenschaft, Gestik, Körpersprache, Mimik, nonverbale Kommunikation, Pädagogik, simulierte Lernsituationen, Verhaltensforschung

Zum Inhalt

Das Buch gibt die Dissertation „Nonverbales Verhalten im Lernprozess“ unverändert wieder. Die Arbeit umfasst empirische Untersuchungen von experimentell ausgelöstem und registriertem (mit Video/Fotos) nonverbalem Verhalten im Lernprozess, d. h. im vorliegenden Fall in unterschiedlichen, durch kleine selbst entwickelte Lernprogramme simulierte Lernsituationen.

Das Lernen erfolgte unter standardisierten und damit exakt reproduzierbaren Versuchsbedingungen mit Hilfe dialogfähiger Computerprogramme. Jede Versuchsperson arbeitete mit diesen Programmen einzeln im Labor und somit ohne den störenden Einfluss des Versuchsleiters oder sonstiger Störfaktoren. Die Beobachtung jeder einzelnen Versuchsperson (23 insgesamt) erfolgte versteckt. Bei den Versuchspersonen handelte es sich um Anfangssemester aus der Biologielehrerausbildung. Daher enthielten die verschiedenen experimentell induzierten Lernsituationen überwiegend biologische Lehr-/Lerninhalte.

Die vorerst getesteten Lernsituationen induzierten:

  • Angestrengtes, längeres Nachdenken (Überlegen)
  • Verunsicherung
  • Lernen unter Druck mit nachfolgender Erleichterung
  • Angenehmes Lernen
  • Angespannte, konzentrierte Mitarbeit
  • Heiterkeit, Freude mit nachfolgender Enttäuschung
  • Dösen
  • Langeweile
  • Nicht Verstehen (Überforderung)
  • Gerechtfertigtes Bestrafen
  • Ungerechtfertigtes Bestrafen
  • Spielen (Computerspiel)

Die Ergebnisse der Arbeit sind eine wichtige Ergänzung jeder Ausbildung (im weitesten Sinne), ein unerlässliches Basis-Wissen, da mindestens 50% aller zwischenmenschlichen Kommunikation nonverbal abläuft. Im Grunde sollte diese Information ein wesentlicher Bestandteil der Allgemeinbildung und jedem Interessierten leicht zugänglich sein. Daher ist die Arbeit auch gezielt leicht verständlich und sehr anschaulich verfasst worden. So können gravierende Fehlinterpretationen von nonverbalen Signalen/Verhalten vermieden werden, da u. a. beachtet werden muss, dass der jeweilige situative Kontext von großer Bedeutung ist, und dass ein- und dieselben Signale dementsprechend unterschiedliche, z. T. konträre Bedeutungen haben.

Das Verstehen und korrekte Interpretieren diskreter, subtiler Signale begünstigt präventives, frühzeitiges Eingreifen und Gegensteuern bzw. Korrigieren, damit erst keine größeren Aktionen und auffällige Verhaltensweisen erforderlich sind. Die „sanfte“, nonverbale Sprache fördert friedfertigen statt vehementen Dialog. Ein wichtiger Beitrag in unserer heutigen Zeit.



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