Magisterarbeit: Hölderlins Dramenfragmente

Hölderlins Dramenfragmente "Der Tod des Empedokles" und ihr Bezug zu Antike und Romantik

ELEUSIS – Geisteswissenschaftliche Abhandlungen, Band 8

Hamburg 2002, 184 Seiten
ISBN 978-3-8300-0591-9 (Print)

Erlösungsgedanke, Friedrich Hölderlin, Germanistik, Grund zum Empedokles, Literaturwissenschaft, Tod des Empedokles, Vulkan und Fragment

Zum Inhalt

Das Buch „Hölderlins Dramenfragmente ‘Der Tod des Empedokles‘ und ihr Bezug zu Antike und Romantik“ ist eine philologische Untersuchung im Schnittfeld von Germanistik, Altphilologie und Philosophie. Sie geht von Hölderlins Dramenfragmenten aus und folgt von dort aus verschiedenen Fragestellungen. Es wird die Nähe des Denkens Hölderlins sowohl zu der Lehre des Empedokles als auch zur Bewegung der Romantik betrachtet. In diesem Zusammenhang erfolgt im ersten Teil des Buches zunächst eine Darstellung der Fragmente des Vorsokratikers Empedokles, der sich keineswegs nur als Philosoph, sondern auch als Dichter, Arzt und Priester verstand.

Der zweite Teil der Untersuchung wendet sich den einzelnen Fragmenten von Hölderlins Dichtung ‘Der Tod des Empedokles‘ in ihrer jeweiligen Ausrichtung und Entwicklung zu. Daraufhin wird dargestellt, inwieweit es Entsprechungen zwischen der Lehre des Vorsokratikers Empedokles und dem Denken Hölderlins gibt.

Es wird nicht nur die Nähe von Hölderlins Dramenfragmenten zur Antike, insbesondere zu Empedokles, beleuchtet, sondern auch deren Affinität zur Romantik. Sie ist vor allem dadurch begründet, daß es sich bei Hölderlins Werk um ein gewissermaßen mehrfach fragmentarisches Werk handelt. Aber auch die Vielseitigkeit der Gestalt des Empedokles sowie Hölderlins Versuch, außer den Dramenfragmenten auch eine theoretische Abhandlung über den Stoff zu verfassen, weisen in die Richtung des Romantischen.

Im letzten Teil der Untersuchung wird die Gestalt des Hölderlinschen Empedokles, die in der Literatur beinahe einzigartig ist, in typologischer Art und Weise betrachtet. Hölderlins Empedokles-Gestalt weist durch ihr dramatisches Sprechen und Handeln nicht nur Parallelen zum antiken Empedokles auf, sondern erweist sich darüber hinaus als Erlöserfigur. Es sind Verwandtschaften zu mythologischen Erlöserfiguren und zu Jesus zu erkennen. Damit erhalten Hölderlins Dramenfragmente eine religiöse Dimension.

Mit diesen Gesichtspunkten zeigt sich das Allumfassende in Hölderlins dramatischem fragmentiertem Werk. Sowohl der antike als auch der romantische Gehalt gehen eine Verbindung im Sinne einer Versöhnung ein, in der sich das Religiöse zeigt. Dasjenige, was all die als polar-entgegengesetzt zu begreifenden Aspekte zusammenhält, ist die Gestalt des Empedokles.



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