Dissertation: Potentialbeurteilung im dynamischen Assessment-Center

Potentialbeurteilung im dynamischen Assessment-Center

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 115

Hamburg 2001, 350 Seiten
ISBN 978-3-8300-0372-4 (Print)

Assessment Center, Betriebswirtschaftslehre, Leistungsbeurteilung, Planspiel, Potentialbeurteilung, Prozessdiagnostik, Soziale Validität

Zum Inhalt

Trauernicht geht im vorliegenden Buch den Möglichkeiten und Problemen der Potentialbeurteilung nach. Sie greift damit Fragen von herausragender praktischer und theoretischer Bedeutung auf. Die Identifikation vom Potential im Bereich der Humanressourcen ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Trauernicht analysiert, daß aus dem unternehmerischen Anspruch, Potentialträger zu identifizieren und deren entsprechendes Potential zu ermitteln, in den meisten Fällen keine wirkliche Potentialbeurteilung und -prognose resultiert. Anspruch und eingesetzte Methode passen in den seltensten Fällen zusammen.

Die Verfasserin arbeitet hierzu zunächst die begrifflichen Probleme des Konstrukts „Potential“ heraus, welches sowohl im Sprachgebrauch der Praxis, als auch in der wissenschaftlichen Behandlung des Themas unscharf ist. Potential wird durch Trauernicht als Veränderbarkeit hinsichtlich der individuellen Qualifikationen einer Person vor deren Hintergrund derzeitiger und zukünftiger Anforderungen beschrieben. Damit wird die im klassischen diagnostischen Prozeß sonst als Störvarianz beschriebene Veränderung einer Person zu dem intendierten Meßziel in der Potentialbeurteilung. Ein so definiertes Konstrukt von Potential benötigt konsequenterweise ein dynamisches Meßverfahren, welches veränderungssensibel ist. Hierzu diskutiert Trauernicht den derzeitigen Stand der Veränderungsmessung, deren fehlenden adäquaten Veränderungsindizes und das in der psychodiagnostischen Auseinandersetzung nicht neue Spannungsfeld von Status- und Prozeßdiagnostik.

Auf der Suche nach einem geeigneten Verfahren zur Potentialbeurteilung untersucht Trauernicht die Gütekriterien bestehender klassischer und dynamischer Assessment Center (AC) und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von AC‘s für diagnostische Fragestellungen, vor allem für Beurteilung und Prognose von Potential. Die Autorin zeigt in diesem Zusammenhang die Diskussion um die Konstruktion und den Einsatz von Planspielen im Rahmen diagnostischer Fragestellungen und diagnostischer Verfahren auf.

Die Arbeit von Trauernicht stellt eine Evaluation eines in der Praxis eingesetzten dynamischen AC‘s dar. Das AC wurde eigens für die Zielgruppe der Industriemeister entwickelt. Wesentlicher und neuer Bestandteil des AC‘s ist ein Planspiel in drei Phasen, dessen simulierter Kern eine wirkliche Produktion darstellt. Ausdrückliches Meßziel des AC‘s ist die Erfassung von Potential - also die Veränderbarkeit von individuellem Verhalten.

Aus der Arbeit von Trauernicht gehen Ergebnisse zu den relevanten Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Akzeptanz) von (dynamischen) AC‘s hervor. Die Untersuchung zur sozialen Validität basiert auf einer bis dato einmaligen Erhebung hinsichtlich der analysierten Indikatoren sozialer Akzeptanz sowie der Anzahl der Meßzeitpunkte. Die Untersuchung zeigt Probleme auf, die sich im Rahmen der Potentialbeurteilung ergeben. Trauernicht analysiert und diskutiert diese und zeigt abschließend lohnenswerte Handlungsmöglichkeiten sowohl für die betriebliche Praxis, als auch für die wissenschaftliche Diskussion auf.



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