Forschungsarbeit: Antisemitismus: Kontinuitäten und Relativierungen

Antisemitismus: Kontinuitäten und Relativierungen

Analyse des Dokumentarfilms „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. Implikationen für die Soziale Arbeit

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Sozialpädagogik in Forschung und Praxis, Band 44

Hamburg , 142 Seiten

ISBN 978-3-339-13678-7 (Print) | ISBN 978-3-339-13679-4 (eBook)

Zum Inhalt

Ist Israelkritik antisemitisch? Diese Frage beschäftigt nicht nur Befürworter des Israel-Boykotts. Auch im Wissenschaftsdiskurs werden kontroverse Debatten darüber geführt, wie weit die Grenzen der Israelkritik gehen dürfen.

Unter diesem Blickwinkel wird in dem vorliegenden Buch eine wichtige Debatte aufgenommen und am Beispiel der filmischen Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ dargelegt, dass der Nahostkonflikt von der europäischen Sichtweise hierauf zwingend zu trennen ist. Israel gilt in diesem Kontext als der Jude unter den Staaten, dem vorgeworfen wird, Nazimethoden anzuwenden.

Das zeigt, dass der offen geäußerte Antisemitismus nach Kriegsende lediglich in die Kommunikationslatenz ging, sodass in diesem Buch deshalb die Kontinuität des Antisemitismus an den Werken von Hannah Arendt aufgezeigt und der Bogen bis in die Gegenwart gespannt wird.

Der krude Umgang des WDR mit der benannten Doku verdeutlicht die Schwierigkeiten, die sich im Sprechen über Antisemitismus auftun, denn dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gefiel die Machart der Produktion nicht, und er veränderte diese deshalb mit filmischen Bearbeitungen und einem Faktencheck. Die Filmemacher Schröder und Hafner wagten es u. a., die BDS-Bewegung und auch kirchliche NGOs kritisch zu hinterfragen. Diese Antisemitismuskritik wurde durch die nachträglichen Bearbeitungen des WDR relativiert. Es entsteht folglich der Eindruck, dass es besser gewesen wäre, diesen Film entweder in originärer Form oder gar nicht auszustrahlen.

In diesem Buch wird die Doku methodisch analysiert und zur Kritik des WDR Stellung bezogen. An diesem Exempel werden schließlich Vorschläge für die antisemitismuskritische Bildung gegeben. Denn das Thema Antisemitismus lässt sich nicht mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und Moralisierungen bearbeiten, wohl aber mit einer auf gegenseitiger Anerkennung basierenden Debatte darüber, weshalb Antisemitismus mit den Grundwerten der Demokratie unvereinbar ist.

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