Dissertation: Menstruation: Eine explorative Studie zur Geschichte und Bedeutung eines Tabus

Menstruation: Eine explorative Studie zur Geschichte und Bedeutung eines Tabus

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 31

Hamburg 1998, 356 Seiten
ISBN 978-3-86064-845-2 (Print)

Aberglaube, Feminismus, Frauenbewegung, Hygiene, Medizingeschichte, Menstruation, Regelblutung, Soziologie, Tabu

Zum Inhalt

Die Menstruation wird auch heute noch tabuisiert. Ein Gang durch die Geschichte lässt die Wurzeln unserer heutigen Einstellung zur Menstruation erkennen. Neben den Untersuchungen zur Medizingeschichte und zu den Sichtweisen verschiedener Religionen wird der Umgang mit der Menstruation von der Antike bis in die Gegenwart geschildert. Die Autorin analysiert aber auch verschiedene aktuelle Phänomene, die mit der Menstruation in Zusammenhang stehen, wie z.B. Sprache, Werbung, Hygieneverhalten oder Aberglaube.

Dabei wird deutlich, dass die antiken negativen Einstellungen zur Regelblutung auch heute noch vorhanden sind und gleichzeitig allgemeine Haltungen zur Weiblichkeit und Frauenrolle widerspiegeln - ein Zeichen dafür, in welch starkem Maß das menstruelle Geschehen auch heute noch von kulturgeschichtlichen Zusammenhängen beeinflusst wird. Der gesellschaftliche Umgang mit der Menstruation, die eine regelmäßige Aktualisierung der Weiblichkeit darstellt und regelrecht zur Akzeptanz des eigenen Geschlechts auffordert, ist widersprüchlich und von Tabuisierungen begleitet, von strengen Reinigungs- und Verhaltensvorschriften bis zu sehr subtilen Formen wie beispielsweise in der Sprache und in den Witzen.

Der Entwicklung einer positiven körperlichen Identität, die eng mit dem eigenen Selbstbild und Selbstwert verbunden ist, stehen so immer noch die Barrieren einer historisch begründeten Tabuisierung entgegen, deren Existenz nicht zuletzt durch spezifische Sozialisationsbedingungen aufrechterhalten, stabilisiert und der kommenden Generation weiter überliefert wird. Eine frauenorientierte Sichtweise über den weiblichen Zyklus will diese Tabuisierungen aufdecken und durch einen enttabuisierten, offenen und individuellen Umgang mit der Menstruation ersetzen.



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