Doktorarbeit: Wie entstehen Moral- und Strafurteile bei Laien?

Wie entstehen Moral- und Strafurteile bei Laien?

Der Einfluss von rationalen und intuitiven Prozessen auf die Beurteilung von Normbrüchen. Empirische Überprüfung eines Zwei-Prozess-Modells der Moral und des Strafens

Schriften zur Sozialpsychologie, Band 12

Hamburg , 246 Seiten

ISBN 978-3-8300-3098-0 (Print)
ISBN 978-3-339-03098-6 (eBook)

Zum Inhalt

Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie Moral- und Strafurteile von Laien zu Stande kommen. Urteilen wir primär intuitiv, wenn wir von einem Normbruch oder einer Straftat erfahren? Oder folgen wir rationalen Überlegungen und berücksichtigen moralische Standards?

Erkenntnisse über Strafbedürfnisse der Bevölkerung sind zentral, da Normen nur befolgt werden, wenn die staatliche Sanktionierung nicht zu stark vom Strafbedürfnis der Bevölkerung abweicht. Im Weiteren besteht in den letzten Jahren auch immer mehr ein Trend zur stärkeren Berücksichtigung der Meinung der Bevölkerung in der Strafpraxis. Unter dieser Perspektive ist es auch für die juristische Praxis wichtig, Erkenntnisse zur Entstehung von Moral- und Strafurteilen von Laien zu gewinnen.

In der Vergangenheit wurde mehrheitlich davon ausgegangen, dass Urteile primär nach einem rationalen Entscheidungsprozess ablaufen. Neuere Theorien nehmen hingegen einen dominanten Einfluss von intuitiven, automatischen Prozessen an.

In der Studie wird ein Zwei-Prozess-Modell der Moral und des Strafens beschrieben, welches sowohl intuitive als auch rationale Prozesse beinhaltet und eine Integration von beiden vornimmt. Das Modell wurde in drei Experimenten und einer Fragebogenstudie empirisch überprüft. Die Ergebnisse stützen die Annahme eines ersten automatischen Urteilsprozesses, der unter gewissen Bedingungen, von einem zweiten rationalen Prozess korrigiert wird. Es werden die Voraussetzungen aufgezeigt, die erfüllt sein müssen, damit rationale Prozesse einsetzen und somit moralische Standards und Regeln überhaupt berücksichtigt werden können. Im Weiteren wird die Frage untersucht, inwieweit gewisse Faktoren, wie beispielsweise Eigenschaften des Opfers oder ein zufällig entstandener Schaden, einen Einfluss auf intuitive Strafurteile haben obwohl sie unter rationalen Gesichtspunkten keinen Einfluss haben dürften.

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