Dissertation: Geschlechterverhältnisse in mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernfeldern

Geschlechterverhältnisse in mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernfeldern

Eine international vergleichende Untersuchung

Gender Studies – Interdisziplinäre Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Band 2

Hamburg 2003, 398 Seiten
ISBN 978-3-8300-1162-0 (Print)

Bildungswesen, Chancengleichheit, comparative education, gender mainstreaming, Geschlechterverhältnisse, Mathematikunterricht, PISA, Soziologie

Zum Inhalt

Dieses Buch liefert einen Beitrag zu einer differenzierteren Wahrnehmung des Gleichstellungsproblems von Mädchen und Jungen in den Institutionen des Bildungswesens und der Organisation der Curricula.

In den Ländern Frankreich, Niederlande, dem Westen Deutschlands, der DDR und des Freistaates Sachsen werden unterschiedliche Lernergebnisse von Mädchen und Jungen in mathematischen und naturwissenschaftlichen Lernfeldern untersucht und Differenzen in den Leistungen anhand vielfältiger Daten und Forschungsergebnisse (das Buch enthält 115 Abbildungen) veranschaulicht und in einen gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt.

Im Ergebnis werden sowohl in den Nachbarländern, wie auch im „Inland“ gefundene allgemeine, gesellschafts- und kulturunabhängige Phänomene deutlich: In allen untersuchten Ländern verlassen die Mädchen im Durchschnitt die Schule mit einem höheren Allgemeinbildungsgrad. Die Disparitäten z.B. in Mathematik verringerten sich in den letzten Jahrzehnten. Eventuell vorhandene Ungleichheiten verstärken sich erst in höheren Schuljahren.

In den Nachbarländern Frankreich und Niederlande wurde in den letzten Jahren durch bildungspolitisches Handeln, auch auf dem Hintergrund der PISA- Ergebnisse, die Verringerung der Leistungsunterschiede erreicht. Mit wissenschaftlicher Diskretion wird auf den deutschen Rückstand in der Gleichstellungspolitik hingewiesen. Um die Ursache von Geschlechterunterschieden zu finden, muss zuerst der Grad der Selektion (und das Merkmal Geschlecht stellt in vielen Gesellschaften einen deutlichen Selektionsfaktor dar) ausfindig gemacht werden. Es kennzeichnet die Analysefähigkeit der Autorin, dass sie das Selektionsproblem in diesem Buch immer wieder diskutiert und somit die Finger in mögliche Wunden legt.

Bei der Untersuchung der Situation im Freistaat Sachsen wird gezeigt, dass die Bildungswirklichkeit des deutschen Westens die noch nachwirkende Geschlechtergleichstellung der DDR zurückdrängt. Ein erreichter relativer Fortschritt wird so zunichte gemacht. In dem Buch geht es nicht um eine Rehabilitation der DDR- Bildungswirklichkeit. Die Untersuchungen beziehen sich ausschließlich auf das Gebiet der Leistungsdifferenzen zwischen Mädchen und Jungen in den genannten Lernfeldern, auch wenn freilich damit und mit dem Vergleich mit den europäischen Nachbarländern für Deutschland insgesamt als Ergebnis eine Kritik der bundesdeutschen Bildungsentwicklung auf dem Gebiet des Gender Mainstreaming verbunden ist.



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