Doktorarbeit: Altersvorsorge: Zur "Rationalität" individueller Entscheidungen

Altersvorsorge: Zur "Rationalität" individueller Entscheidungen

Neue Erklärungsansätze zur Beantwortung offener Fragen im Spar- und Vorsorgeverhalten sowie zur Durchsetzbarkeit sozialpolitischer Reformen

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 2

Hamburg , 394 Seiten

ISBN 978-3-8300-0733-3 (Print)

Zum Inhalt

Auf Wiedersehen, Homo Oeconomicus? Die Wirtschaftswissenschaft glaubte lange, dass der Mensch sich rational verhält. Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zeigen aber immer wieder systematische Verhaltensweisen auf, die wesentlichen Grundlagen entscheidungstheoretischer Modelle widersprechen. Im noch relativ jungen Forschungsbereich der „Behavioral Economics“ haben Wirtschaftswissenschaftler zunehmend versucht, von den Annahmen der „rationalen“ Erwartungsnutzentheorie abweichende Verhaltensweisen zu analysieren und in die Entscheidungsmodelle aufzunehmen. Einen Durchbruch erlebte dieser Forschungszweig im Jahr 2002: Mit Daniel Kahneman und Vernon Smith erhielten zwei Pioniere der verhaltensorientierten Ökonomie den Nobelpreis.

Thilo Rubart nimmt daher die Aktualität der freiwilliger Altersvorsorge in der Bundesrepublik Deutschland zum Ausgangspunkt für eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit den traditionellen ökonomischen Rationalitätsverhaltenserklärungen. Das empirisch beobachtbare Spar- und Vorsorgeverhalten dient dabei als Grundlage für die Überprüfung traditioneller Modelle der Erwartungsnutzenmaximierung. Es werden die Grenzen normativer Modelle individueller Entscheidungsabläufe bei intertemporalen Langfristentscheidungen aufgezeigt und die Grundregeln deskriptiver Modelle beschrieben. Die zum Verständnis der formalen Modelle notwendigen Grundlagen zur Spar- und Entscheidungstheorie werden in separaten Kapiteln generell charakterisiert. Dazu werden Eingrenzungskriterien angegeben und zum Verständnis notwendige Grundbegriffe bereitgestellt. Diese Teile der Arbeit können daher auch unabhängig von den anderen Kapiteln als Einführung in die Spar- und Entscheidungstheorie gelesen werden.

Durch die Arbeit wird ein umfassenderer und in der Literatur bisher vernachlässigter Ansatz einige der beobachtbaren und beschriebenen Besonderheiten im Spar- und Vorsorgeverhalten zu erklären auf Basis verhaltensorientierter Modelle neu geschaffen. Daraus werden dann Schlussfolgerungen für die generelle Durchsetzbarkeit sozialpolitischer Reformen und die Wirksamkeit staatlicher Sparförderprogramme gezogen. Insbesondere die Anreizwirkungen der „Riester-Rente“ werden auf Basis der entscheidungstheoretischen Erkenntnisse kritisch analysiert. Realitätsbezug und die sozialpolitische Aktualität stehen neben der Darstellung der theoretischen Hintergründe dabei im Vordergrund der vorliegenden Arbeit. Damit liefert sie auch für den ökonomisch weniger ambitionierten aber politisch interessierten Leser interessante Hintergrundinformationen und Anregungen.

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