Doktorarbeit: Tirol, Karl V. und der Fürstenaufstand von 1552

Tirol, Karl V. und der Fürstenaufstand von 1552

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 18

Hamburg 2000, 374 Seiten
ISBN 978-3-8300-0246-8 (Print)

1552, Fürstenaufstand, Geschichtswissenschaft, Habsburg, Heiliges Römisches Reich, Innsbruck, Karl V., Moritz von Sachsen, Tirol

Zum Inhalt

Karl V. ist unstrittig die bedeutendste politische Figur des 16. Jahrhunderts. Das Jahr 1552 markiert jedoch den Anfang vom Ende seiner universalistischen Herrschaftsansprüche.

In dieser minuziös durchgeführten Doktorarbeit, in der eine Fülle von ungedruckten und gedruckten Quellen ausgewertet wurden, geht es vor allem um die mannigfaltigen Wechselwirkungen im politischen Geflecht zwischen dem nach Einheit trachtenden Reichsoberhaupt und den in lebhafter Opposition zu Karl V. stehenden „protestierenden“ Reichsständen. Den verschiedenen Ursachen und Motiven dieser Fürstenverschwörung wird gesonderte Aufmerksamkeit zuteil, wie auch die wenig verständnisvolle, bisweilen rücksichtslose Politik des Kaisers nach dem Schmalkaldischen Krieg Betrachtung findet.

Da sich der Habsburger gerade in Innsbruck aufhielt, geriet unversehens die Grafschaft Tirol in den Blickpunkt der vom Kurfürsten Moritz von Sachsen angeführten und mit Frankreich verbündeten Fürstenallianz. Ausführlich werden die militärischen Vorbereitungen des Fürstenbundes und der Grafschaft Tirol beleuchtet sowie die Bemühungen der Regierung in Innsbruck um die Finanzierung des Widerstandes zur Diskussion gestellt. Konterkariert wurden die Rüstungen der Grafschaft durch den Abmarsch der freiwillig geworbenen Knechte in das von osmanischen Truppen heimgesuchte Krisengebiet der Länder der Stefanskrone.

Auch dieser Kriegsschauplatz kommt hier zur Sprache, entzog er doch Tirol wertvolle Ressourcen für den Abwehrkampf. Den Bundestruppen gelang es, handstreichartig die kaiserlich-tirolischen Truppen bei Reutte und an der Ehrenberger Klause zu zerschlagen. Das milizartige Verteidigungssystem der Grafschaft Tirol blieb dabei vollends den Nachweis der Leistungsfähigkeit schuldig.

Moritz von Sachsen besetzte am 23. Mai 1552 die Residenzstadt Innsbruck. Karl V., der lange Zeit an die Gefahr nicht glauben wollte, musste bereits am 19. Mai bei strömenden Regen eine demütigende Flucht über den Brenner nach Villach antreten. Der Herrscher, in dessen Reich die Sonne niemals unterging, hetzte, von einer mindermächtigen Fürstenallianz bedroht, durch die Alpen.

Während ihres Abzuges aus Tirol verwüsteten die Bundestruppen noch weite Teile des Oberinntales, hier vor allem das Zisterzienserstift Stams, und des Außerferns. An die 4000 Menschen wurden dabei um ihre Existenzgrundlage gebracht. Zudem brach in der Bergwerksgemeinde Schwaz ein Knappenaufstand aus. Das Scheitern Karls V., dessen Gegenoffensive vor Metz letztendlich erfolglos abgebrochen werden musste, manifestierte sich somit auf Tiroler Boden.



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